Vor wenigen Tagen schien es fast so, als habe gerade ein neues, harmonisches Kapitel in den komplizierten Beziehungen zwischen Europa und China begonnen. Wang Wentao, der chinesische Handelsminister, war nach Brüssel gereist. Ein Entgegenkommen in schwierigen Zeiten. Jeden Monat werden allein in Deutschland 10.000 Jobs abgebaut, auch weil die hiesige Industrie kaum mehr mithalten kann mit der chinesischen. Lächelnd stand Wang zum Ende seiner Visite neben Maroš Šefčovič, seinem Counterpart von der Europäischen Union, und sie hatten sogar ein gemeinsames Statement vorbereitet: Die Handelsbeziehungen sollen ausgewogener gestaltet werden, und die Welthandelsorganisation wolle man stärken. Sogar eine gemeinsame Beobachtungsstelle für die Handelsströme werde man einrichten, um das gegenseitige Vertrauen zu stärken. Klingt gut.
