Es fängt schon damit an, dass auf dem radikalsten Bild des 19. Jahrhunderts, als die Kunst sich von allen Zwängen löst, die neue Freiheit keineswegs kühn oder tolldreist auftritt, sondern als lakonisches Nichts. Es ist ein Bild, das kaum etwas vorzuzeigen hat. Keinen weiteren Sinn verheißt. Sondern vor allem gelb sein will, gelb mit einem Stich ins Goldene, eine schmierig verputzte Zimmerwand. Der Künstler hat dort einen Nagel eingeschlagen, einen hingemalten natürlich. Und an dem Nagel hängt ein rotes Bändchen, und an dem Bändchen wiederum baumelt eine schwarze Pfeife. Sie gehört dem Maler Gustave Courbet, der sein Bild von 1858 ein »Selbstporträt« nennt, auf schöne Weise selbstironisch. Ich, die Pfeife.
