Nach dem Einsturz eines Wohnhauses in der sächsischen Stadt Görlitz ist in den Trümmern ein dritter Leichnam gefunden worden. Es handle sich um einen Mann – mit hoher Wahrscheinlichkeit um den vermissten 48-Jährigen, sagte ein Polizeisprecher. Der Tote werde nun in der Rechtsmedizin untersucht. „Die Vermisstensuche ist jetzt beendet“, sagte der Sprecher.
Bereits zuvor wurden zwei Leichen in dem Schutthaufen geborgen. Nach Polizeiangaben sind es die zwei Frauen aus Rumänien, die als Touristinnen nach Görlitz kamen – 25 und 26 Jahre alt.
Die Leichname werden für weitere Untersuchungen in die Rechtsmedizin gebracht. Ergebnisse werden erst in den kommenden Tagen erwartet.
Oberbürgermeister vermutet Gasleck als Ursache
Das Haus, in dem sich laut Polizei Miet- und Ferienwohnungen befanden, war am Montagabend aus bislang ungeklärter Ursache eingestürzt. Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU) vermutet ein Gasleck.
Nach den drei Vermissten war unermüdlich gesucht worden; unter anderem auch mit Spürhunden. Teils arbeiteten sich die Einsatzkräfte auch mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Trümmerberg. Beim Bergen von Trümmerteilen waren auch mehrere Radlader, Bagger und Kräne im Einsatz.
Zunächst fünf Menschen vermisst
Die Rettungskräfte waren am Donnerstag im vorderen Teil des Hauses bis zum Erdgeschoss und Keller vorgedrungen. Im hinteren Bereich hatten sie das Hochparterre erreicht. Die Zeit lief gegen die Retter: „Die sogenannte ‚goldene Rettungszeit‘ liegt meist in den ersten 24 bis 72 Stunden – in diesem Zeitraum sind die Überlebenschancen am höchsten“, erklärte Andrea Wirth vom THW-Landesverband Sachsen, Thüringen.

Die genaue Ursache des Unglücks in der Stadt im Osten Sachsens steht nach wie vor nicht fest. Wenige Stunden nach dem Zusammensturz des Gründerzeithauses war nach Polizeiangaben ein Gasleck gefunden worden. Aktuell arbeiten die Stadtwerke daran, die umliegenden Häuser wieder mit Gas zu versorgen, wie der Polizeisprecher betonte.
Das eingestürzte Gründerzeithaus stand in der James-von-Moltke-Straße in der Nähe des Görlitzer Bahnhofs. Der Bereich um das Haus wurde nach dem Einsturz weiträumig evakuiert und abgesperrt.
