Die nach einer Drohung von US-Präsident Donald Trump verschobene Eröffnung einer Brücke nach Kanada soll nun noch in diesem Monat stattfinden. Als neuer Termin für die Inbetriebnahme des milliardenteuren Bauwerks sei der 27. Juli festgelegt worden, nachdem die Staaten eine Einigung über die Mauteinnahmen erzielt hätten, teilte die kanadische Regierung mit. Ursprünglich hätte die Brücke bereits vor einem Monat eröffnet werden sollen.
»Kanada und Michigan haben heute mit Unterstützung der US-Regierung vereinbart, die Gordie-Howe-Brücke am 27. Juli zu eröffnen«, hieß es vom Infrastrukturministerium. Die Brücke werde »eine entscheidende wirtschaftliche Verbindung zwischen Kanada und den USA darstellen und über Jahrzehnte hinweg Milliarden an Wirtschaftsleistung bringen«. Die 4,7 Milliarden Dollar (rund vier Milliarden Euro) teure Hängebrücke soll Windsor in der kanadischen Provinz Ontario und Detroit im US-Bundesstaat Michigan verbinden.
Trump lobt neue Vereinbarung
US-Präsident Trump hatte im Februar gedroht, die Eröffnung der Brücke zu blockieren. Er warf Kanada vor, die USA beim Bau der Brücke unfair behandelt zu haben, und forderte, die Brücke müsse »mindestens« zur Hälfte den USA gehören. Trump schrieb am Samstag online, er habe ein »deutlich besseres Abkommen« für die Vereinigten Staaten erzielt, wodurch die Öffnung der Brücke ermöglicht werde. »Das ursprüngliche Abkommen war für mich inakzeptabel«. »Das neue Abkommen ist großartig und fair.«
Im Februar hatte Trump Kanadas Weigerung, bestimmte alkoholische Getränke aus den USA in kanadischen Geschäften anzubieten, Kanadas Zölle auf Milchprodukte und seine Handelsgespräche mit China als Gründe dafür genannt, warum er die Öffnung der Brücke möglicherweise nicht zulassen werde. In seiner zweiten Amtszeit hat Trump mehrfach mit einer Annexion Kanadas gedroht und die Zölle auf das nördliche Nachbarland drastisch erhöht. Letzten Monat erklärte er, er werde das Freihandelsabkommen mit Mexiko und Kanada möglicherweise nicht verlängern.
Ein Insider sagte, die USA würden nun 50 Prozent der Mauteinnahmen und ein Vetorecht gegen Mauterhöhungen um zehn Prozent oder mehr bekommen. Der Bau der Brücke begann 2018 und wurde von Kanada allein finanziert. Sie soll gemeinsam der kanadischen Regierung und der Regierung von Michigan gehören, die Kosten sollen über 30 Jahre durch Mautgebühren gedeckt werden. Sie wurde nach dem verstorbenen kanadischen Eishockey-Spieler Gordie Howe benannt, der jahrelang in Detroit spielte.
