
Viele Menschen in Deutschland trauen dem Gold als Geldanlage mittelfristig mehr Erfolg zu als Aktien. Das geht aus der diesjährigen Goldumfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa seit 16 Jahren einmal im Jahr im Auftrag der Goldhandelskette Pro Aurum organisiert. In der Studie wird das auf Inflationsängste und die geopolitischen Spannungen zurückgeführt. Der Goldpreis ist seit 2024 enorm gestiegen, hatte dieses Jahr im Januar mehr als 5500 Dollar je Feinunze (31 Gramm) erreicht, fiel dann aber wieder bis auf zuletzt rund 4500 Dollar.
Im vergangenen Jahr noch war es so gewesen, dass die relative Mehrheit der Befragten die Meinung äußerte, in einem Zeitraum von drei Jahren würden Aktien als Geldanlage den höchsten Ertrag abwerfen. Das war in vielen Jahren so, hat sich jetzt aber verschoben. Die relative Mehrheit traut nun dem Gold am meisten zu. Demnach sind in diesem Jahr 30 Prozent der Befragten überzeugt, dass wenn man jetzt einsteige, Gold in den nächsten drei Jahren die höchste Rendite einbringe. 26 Prozent tippten auf Aktien, 17 Prozent auf Fondsanteile, sechs Prozent auf Festgeld und Termingeld sowie vier Prozent auf Anleihen.
Das zeigt allerdings auch, dass es bei solchen Umfragen immer auch auf die Gestaltung der Fragen und die Abgrenzungen der Kategorien ankommt: Hätte man Aktien und Fonds als gemeinsame Kategorie abgefragt, kämen sie auf mehr Zustimmung als Gold, wenn auch auf weniger als im Vorjahr.
Für Festgeld ging es über die Jahre abwärts
Über die Jahre gab es in den Ergebnissen dieser Umfrage allerhand Verschiebungen. So war früher die Zustimmung zu Bankeinlagen wie Fest- und Termingeld sehr viel höher gewesen als heute. In den ersten Jahren der Umfrage hatten zwischen zehn und 20 Prozent der Befragten solche Sparprodukte als ihre Favoriten genannt. Das ging dann in der Niedrigzinsphase sehr weit nach unten bis auf zwei Prozent. Inzwischen bewegt sich die Zustimmung zwischen fünf und sieben Prozent. „Der langfristige Bedeutungsverlust ist offensichtlich“, heißt es in der Studie.
Die Zustimmung zu Aktien war im vergangenen Jahr mit 33 Prozent die höchste in der Geschichte der Umfrage gewesen, ist in diesem Jahr aber deutlich zurückgefallen. Im Gegenzug haben Fondsanteile einen im historischen Vergleich hohen Wert erzielt; mag sein, dass dahinter vor allem das Interesse an börsengehandelten Indexfonds (ETF) steckt. Anleihen hatten in der Umfrage nie hohe Wert erzielt. Die vier Prozent aus diesem Jahr liegen sogar über dem langjährigen Durchschnitt.
Mehr Männer als Frauen haben Gold
In der Studie werden noch diverse weitere Angaben abgefragt; unter anderem auch, wie viel Gold und Silber die Befragten derzeit ihr Eigen nennen. 21 Prozent der Befragten gaben an, Gold oder Silber zu besitzen; im Vorjahr waren das 16 Prozent gewesen. Auch die Zahl der Leute mit einem Tagesgeldkonto stieg weiter, von 43 auf 47 Prozent. Eine Lebensversicherung haben demnach 30 Prozent und einen Bausparvertrag 24 Prozent. Beides sind noch relativ hohe Werte, aber sie waren schon mal deutlich höher.
Unter den Edelmetallanlegern gaben 18 Prozent an, Goldbarren oder Goldmünzen zu besitzen, zehn Prozent Silbermünzen oder -barren. Im Laufe der Jahre war es immer so gewesen, dass mehr Leute in Gold investiert waren als in Silber. Beide Prozentsätze sind aber über die Jahre deutlich von sehr niedrigen auf zweistellige Werte gestiegen. 80 Prozent der Befragten stimmten dabei der Aussage zu, dass Gold sich als „Ergänzung“ zu anderen Geldanlagen eigne, nicht als einzige Anlageform.
