Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul will bei der Bekämpfung von Gewalt in Fußballstadien die Vereine verstärkt in die Pflicht nehmen. «Es kann nicht sein, dass Stadien zu den bestüberwachten Orten in Deutschland gehören mit moderner Kameratechnik und so weiter, Straftäter aber viel zu selten schnell ermittelt und verknackt werden», sagte der CDU-Politiker im Interview der «Rheinischen Post».
Nach seiner Auffassung seien viele Clubs zu zaghaft, weil sie Angst vor den eigenen Ultras hätten. «Das muss sich ändern, zur Not per Gesetz mit Strafen für die Vereine bei zu langen Verfahren», erklärte Reul.
Reul will keine privat finanzierte Polizei
Dagegen lehnte es der 73-Jährige ab, dass sich Fußball-Clubs finanziell an den Einsatzkosten für Sicherheitskräfte beteiligen sollen. Es sei staatliche Aufgabe, für Sicherheit zu sorgen, betonte er. «Und ich will gar nicht erst damit anfangen, dass Polizei privat finanziert wird über die Vereine», fügte Reul an.
Das Bundesverfassungsgericht hatte im vergangenen Jahr entschieden, dass die Länder die Vereine der Deutschen Fußball Liga an den Kosten für die Absicherung von Hochrisikospielen beteiligen dürfen. Als erstes Bundesland hatte Bremen eine entsprechende Regelung eingeführt.
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