Für diese süßsaure Tarte kaufe ich den Teig fertig im Kühlregal, da ich meine mentale Energie für etwas anderes brauche: die Herstellung des Karamells. Die Kunst besteht darin, mehrere Minuten nichts zu tun. Nicht aufs Telefon gucken, nicht die Spülmaschine ausräumen. Einfach in die Pfanne starren und zusehen, wie der Zucker blubbert. Eine Karamell-Meditation.
Man gibt den Zucker zusammen mit 2 EL Wasser in eine Pfanne mit ofenfestem Griff. Erst stellt man den Herd auf niedrige Hitze (bei meinem Herd ist das Stufe 3) und wartet, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Das dauert ungefähr 2 Minuten, währenddessen rührt man ab und zu um. Dann schaltet man die Hitze hoch, auf mittlere Temperatur (bei mir Stufe 5,5). Jetzt nicht mehr rühren und warten, bis der Zucker sich golden verfärbt – das passiert nach ungefähr 8 Minuten. Der Karamell sollte auf keinen Fall rauchen oder schwarz werden, denn sonst schmeckt er bitter. Lieber die Temperatur schon ausschalten, auch wenn der Karamell einem noch etwas hell vorkommt. Dann Butter und Vanillepaste hineinrühren, bis alles gut vermischt ist. Den Rhabarber hat man idealerweise schon gewaschen und geschält und in etwa 5 cm große Stücke geschnitten. Diese nun in den Karamell in der Pfanne nebeneinanderlegen, möglichst dicht an dicht, der Rhabarber wird beim Backen sehr weich. Den Blätterteig auf die Größe der Pfanne zurechtschneiden, eher zu groß als zu klein. Auf den Rhabarber legen und die Ränder ein bisschen nach innen umschlagen – das Ziel ist, dass die Flüssigkeit in der Pfanne gut bedeckt ist. Die Tarte 20 Minuten bei 200 Grad Umluft backen. Nach dem Backen etwa 5 Minuten auskühlen lassen. Dann vorsichtig auf einen Servierteller stürzen. Wenn sich die Tarte nicht sofort aus der Pfanne löst, eine Weile auf dem Kopf stehen lassen. Falls man ungeröstete Pistazien gekauft hat: Die Pistazien in einer Pfanne ohne Fett rösten. Grob hacken und auf der Tarte verteilen. Dazu Vanilleeis oder geschlagene Sahne essen.
