US-Außenminister Marco Rubio hat die Einladung der USA an Wladimir Putin, am diesjährigen G20-Gipfel teilzunehmen, bekräftigt. Er hoffe, dass der russische Staatschef zu dem Gipfeltreffen reisen werde, sagte Rubio nach einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in New York.
Es sei eine Gelegenheit für Putin, sich persönlich mit US-Präsident Donald Trump zu treffen und auch mit
anderen Staats- und Regierungschefs ins Gespräch zu kommen, sagte Rubio. »Um
Probleme zu lösen, muss man sich mit den Menschen treffen, mit denen man nicht
übereinstimmt oder mit denen es möglicherweise Schwierigkeiten gibt«,
sagte er.
Russland hat die Aussagen des US-Außenministers begrüßt. »Wir sind dankbar und wissen diese Einladung zu schätzen«, zitierten russische Nachrichtenagenturen den Präsidentensprecher Dmitri Peskow. Putin werde die Einladung der USA prüfen und sich dazu äußern.
Die USA haben in diesem Jahr den Vorsitz der G20-Gruppe
inne. Der Gipfel soll im Dezember in einem Golfclub von Trump im US-Bundesstaat
Florida stattfinden. Russland ist zwar offiziell noch Mitglied der G20-Runde, Putin
nahm allerdings zuletzt 2019 physisch an einem Gipfeltreffen teil. Der
G20-Gruppe gehören 19 Staaten, die Europäische Union und die Afrikanische Union
an.
Trump hofft auf Teilnahme Putins
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte sich
grundsätzlich zu einem Gespräch mit Putin beim G20-Treffen bereit. Peskow nannte dies »unmöglich« und erneuerte den Vorschlag, Putin könne Selenskyj in
Moskau empfangen. Die Staatschefs der Ukraine und Russlands waren zuletzt im
Dezember 2019 in Paris zusammengekommen. An dem Treffen im sogenannten
Normandie-Format nahmen auch die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron teil.
Trump hatte bereits im April die Hoffnung geäußert, dass
Putin nach Miami reisen könnte. »Wenn er käme, wäre es wahrscheinlich ziemlich
hilfreich«, sagte er damals. Doch auch er äußerte Zweifel, ob es wirklich dazu
kommen würde. Anfang September hat der US-Kongress zudem ein Sanktionspaket verabschiedet, das auch ein Einreiseverbot gegen den russischen Staatschef umfasst.
Putin hatte Trump zuletzt bilateral im August 2025 in den
USA getroffen. Die beiden haben auch mehrfach im Zuge des Ukrainekriegs
miteinander telefoniert. Die USA sehen sich als Vermittler in dem bereits seit
mehr als viereinhalb Jahren andauernden Krieg. Bislang erzielten sie aber keine
nennenswerten Fortschritte für ein Kriegsende.
Selenskyj bereit für Waffenruhe im Schwarzen Meer
Rubio sprach nach einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow jedoch davon, dass die Ukraine und Russland beide Interesse an einem begrenzten Waffenstillstand bekundet haben, der Ziele im Zusammenhang mit Getreide und Energie umfassen soll. Selenskyj habe bei seinem Besuch in New York mit Trump über einen Waffenstillstand für energiebezogene Ziele gesprochen, hieß es.
Vor den Vereinten
Nationen sagte Selenskyj zudem, dass die Ukraine bereit sei für eine maritime
Waffenruhe im Schwarzen Meer, die auf Vorschlägen etwa aus Ägypten, Indien und der Türkei beruhe. Russland lehnt eine solche Feuerpause ab. »Wir werden in unserer speziellen Militäroperation keine Pause einlegen«, sagte Lawrow in New York.
