
Retro ist eben der Megatrend des WM-Sommers. Bei Adidas in Herzogenaur-, pardon, Vietnam werden die Polyesterfasern im Akkord genäht. Ganze Familiengroßverbände sollen das Elfmeterschießen gegen England der WM-Ausgabe Italia Novanta nachstellen können oder im Thomas-Häßler-Shirt Kopfballduelle gegen Jordan Letchkov verlieren.
Apropos USA 1994: Wer erinnert sich an Alexi Lalas? Richtig, das war damals der zottelbärtige Verteidiger-Darsteller der Soccer-Auswahl. Heute ist Mr Lalas, gestriegelt, geschniegelt und in einen linientreu viel zu engen MAGA-Look gepresst, WM-Maskottchen des Departments of Homeland Security. Jetzt freute er sich, neben Minister Markwayne Mullin Teil des bösen Spiels zu sein.
„Sag es stolz: Soccer!“
Die WM zum 250. Geburtstag des „großartigsten Landes der Welt“? Wird „nicht nur das größte Sportereignis der Geschichte, das wird die größte Kulturveranstaltung der Geschichte!“
Für Mullin, den Herrn über die ICE-Schergen, hatte Lalas einen Tipp: „Lass dir von niemand einreden, dass man es nicht Soccer nennen darf. Halt dagegen und sag es stolz!“ Er, antwortete Minister Mullin, habe sich in Spanisch geübt: „fútbol“. „Don’t do that!“, befahl Lalas. Der Minister lässt das.
Taten statt Worte: Im Schnitt hat ICE Eltern von mehr als 50 amerikanischen Kinden pro Tag seit Januar 2025 in Abschiebehaft weggesperrt. Die Welt zu Gast bei Xenophoben.
