Wenn Friedrich Merz viermal denselben Satz sagt, dann will er was sagen.
»Es könnte eine Gelegenheit sein.«
»Es könnte eine Gelegenheit sein.«
»Es könnte eine Gelegenheit sein.«
»Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der
Bundesregierung nachzudenken.«
Nein, Friedrich Merz wirkt am Sonntag im ZDF-Sommerinterview wirklich gar
nicht traurig über den Rücktritt seines Fraktionschefs am Samstag. Und es ist
ja wahr: Mit dem erzwungenen Überraschungsabschied von Jens Spahn tun sich vor
dem Kanzler und CDU-Vorsitzenden lauter schöne, nun ja, Gelegenheiten auf. Endlich kann er einen Vertrauten an die Spitze der Unionsfraktion bugsieren, die bisher
von einem aufstiegshungrigen Konkurrenten blockiert war, und im
selben Zuge womöglich auch noch den einen oder anderen Kabinettsposten
umbesetzen, so etwa den zuletzt immer wieder kritisierten Kanzleramtsminister.
Aber auch für uns Zuschauer bietet sich eine rare Chance.
