
Solche Aktionstage wie am Wochenende sind gut, um die Verbindung zwischen den deutschen Streitkräften und der Gesellschaft zu stärken. Da ist dem Verteidigungsminister zuzustimmen, der an mehreren Standorten Heimspiele bestreiten durfte.
Der „Tag der Bundeswehr“, vor elf Jahren zur Erinnerung an die im Juni 1955 offiziell ins Leben getretene Armee des demokratischen Nachkriegsdeutschlands erstmals veranstaltet, ist eine gute Sache. Mehr als 300.000 Zivilisten, so viele wie bisher noch nicht zu dieser Gelegenheit, haben sich auf den Weg gemacht, um die Soldaten zu besuchen und ihr Kriegsgerät zu besichtigen.
Das Recht und die Freiheit tapfer verteidigen
Das ist nicht eine Militarisierung der Gesellschaft, über die auf der politischen Linken schwadroniert wird. Sondern es ist die überfällige Umkehrung des einst von Bundespräsident Köhler konstatierten „freundlichen Desinteresses“ an der Bundeswehr. Schließlich besuchen hier Bürger jene Staatsbürger in Uniform, die ihr Recht und ihre Freiheit im Notfall tapfer verteidigen sollen. Sich ihnen verbunden zu zeigen, geht eben auch ohne den dröhnenden Nationalismus einstiger unseliger Zeiten.
Die Notwendigkeit für die Verteidigungsbereitschaft wird durch die Weltläufte, vor allem den Eroberungskrieg Russlands gegen seinen westlichen Nachbarn Ukraine, jedem vor Augen geführt, der sie nicht verschließen will; sichtbarer, als das zeitweilig bei der „Verteidigung am Hindukusch“ der Fall war. Das ist ein offensichtlicher Grund dafür, dass Interesse und Akzeptanz so sichtbar gestiegen sind.
Dass da für die Bundeswehr auch noch mehr ginge, zeigt der Blick in Nachbarländer wie Österreich. Dort kommen, bei zehnmal kleinerer Bevölkerungszahl, mehr als doppelt so viele zur „Leistungsschau des Bundesheeres“. Die findet am Nationalfeiertag in der Hauptstadt statt. Es muss – der deutschen Tradition entsprechend – nicht eine zentrale Veranstaltung sein, aber warum sollte die Bundeswehr nicht auch mehr herausgehen und sich sichtbar machen? Das andere, was das österreichische Bundesheer mit der Gesellschaft verzahnt hält, ist die Wehrpflicht, die dort noch gilt.
