Barbara Huston ist infiziert mit einem Zoovirus, wie sie sagt. Mindestens einmal im Monat reise sie mit ihrer Familie aus Weilburg nach Frankfurt, um im dortigen Zoo nach den Tieren zu schauen, für die ihre Familie Patenschaften übernommen hat. Das Okapi Antonia, das ihr eigener Liebling war, ist kürzlich verstorben. Dafür wird sie neben den Capybaras ihres Mannes, den Fledermäusen und Kugelgürteltieren ihrer beiden Töchter auch ein anderes Tier besonders ins Herz schließen: das Jungtier, das die Große Ameisenbärin Ines vor drei Wochen zur Welt gebracht hat. Es wird Illari heißen.
Diesen Namen hatte Huston in einer Namenssuchaktion der F.A.Z. vorgeschlagen, die seit drei Jahren die Patenschaft für Mutter Ines übernommen hatte. Zusammen mit dem Zoo durfte die F.A.Z. auf Namenssuche gehen. Rund 100 Vorschläge gingen auf verschiedenen Wegen ein. Die Pfleger des Reviers im Ukumariland des Zoos durften eine Vorauswahl treffen und stellten dann Inti, Illari, Isali und Ñusta zur Wahl.
Klang und Bedeutung überzeugten
43 Prozent der Abstimmungsteilnehmer auf dem Instagram-Account der F.A.Z. entschieden sich für den Siegernamen. Inti landete abgeschlagen mit 29 Prozent auf Rang zwei. „Das macht meine Familie und mich überglücklich“, sagt Huston. Isali, Hustons zweiter Namensvorschlag, schaffte es bei der komplett anonymisierten Wahl ebenfalls in die Vorauswahl der Tierpfleger und landete auf Rang drei.
Auf die Namensidee war die 58 Jahre alte Weilburgerin nach eigenen Worten gekommen, indem sie nach typisch südamerikanischen Begriffen gesucht hatte. Von Beginn an schwebte ihr ein Name mit „I“ vor, um Mutter Ines zu würdigen. Dann setzte sie Suchmaschinen und Übersetzungsprogramme in Gang und ließ sich im Internet inspirieren. Einige Namen gefielen ihr so gut, dass sie diese bei der F.A.Z.-Aktion einreichte. „Illari hat nicht nur einen schönen Klang, sondern bedeutet auf Quechua Sonnenaufgang. Das hat mich überzeugt“, sagt sie. Quechua ist eine indigene Sprachvariante, die auch im südamerikanischen Lebensraum der Großen Ameisenbären gesprochen wird – und nun im Zoo mit einem weiteren Namen in aller Munde ist.
Die F.A.Z. hat somit ein zweites Mal nach 2021 einem Tier zu einem Namen verholfen. Damals wurde das erste F.A.Z.-Patentier, ein Schwarzer Brüllaffe, mit dem Namen Tambo versehen, den ein Leser als Abkürzung für den Fluss Tambopata im peruanischen Regenwald eingereicht hatte, wo der Brüllaffe in freier Natur vorkommt. Tambo zog es allerdings 2023 mit seiner gesamten Sippe aus Frankfurt weg, weshalb sich die F.A.Z. fortan der Großen Ameisenbärin Ines zugewandt hat und nun eben auch deren Tochter mit dem auserkorenen Namen Illari.
