
Die seit Langem geplante Erweiterung des Günthersburgparks rückt näher. Der Magistrat habe eine Bau- und Finanzierungsvorlage beschlossen, sodass die Arbeiten in einem Jahr beginnen könnten, heißt es in einer Mitteilung von Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez (Die Grünen). Die Stadtverordneten stimmen am 27. August in der ersten Sitzung nach den Sommerferien über die Vorlage ab.
Im Norden des Günthersburgparks, in dem gerade das Stoffel-Festival begonnen hat, sollen 3,7 Hektar Fläche hinzukommen. Dort stand bis voriges Jahr der 2015 aufgegebene Betriebshof des Grünflächenamts an der Wetteraustraße. Die zwölf Gebäude einschließlich der ehemaligen Tankstelle wurden abgerissen. Der dafür benötigte Betrag von 2,2 Millionen Euro ist in den Gesamtkosten der Erweiterung von 14,2 Millionen Euro enthalten. Auch einige angrenzende städtische Flächen werden einbezogen.
Spielplatz und Fitnessanlage
In der Mitte der Erweiterungsfläche sollen nach den Plänen offene Wiesen bleiben. Attraktionen werden am Rand geschaffen: im Nordosten ein Spielplatz mit einem Kletterturm, Rutschen, Schaukeln und einer Seilbahn, im Westen eine Fitnessanlage mit Stangen in verschiedenen Höhen. Als Abschluss im Norden ist direkt vor den Freizeitgärten ein Aussichtsturm mit Blick auf die Skyline vorgesehen. Die Hauptwege bekommen eine hellgelbe Asphaltdecke, damit sie bei Starkregen nicht ausgeschwemmt werden.
Für die Gestaltung des Spielplatzes konnten Kinder und Jugendliche Vorschläge machen. Aber auch Bewohner des Stadtteils seien in die Planung einbezogen worden, so Zapf-Rodríguez. Der Ortsbeirat sei ebenfalls eingebunden gewesen und habe dem Vorhaben zugestimmt.
Nach Worten der Umweltdezernentin zeigt der Extremsommer, wie dringend sich die Stadt auf die Folgen der Klimakrise vorbereiten müsse. Gerade in dicht bebauten Stadtteilen seien mehr Grün und Freiräume nötig, die für das Nordend mit der Parkerweiterung geschaffen würden. Zugleich sei sie ein Baustein für eine Grünverbindung zum Huthpark.
1991 hatten die Stadtverordneten beschlossen, die Fläche des historischen Günthersburgparks zu verdoppeln. Dieser reicht von der Hartmann-Ibach-Straße bis zur Weidenbornstraße. Auf dem Gelände stand im Mittelalter die befestigte Bornburg, die seit 1690 nach ihrem Besitzer Jakob Günther benannt wurde. Später wurde das Anwesen von Carl Mayer von Rothschild erworben und zu einem englischen Landschaftspark umgestaltet. Ende des 19. Jahrhunderts übernahm die Stadt das Gelände.
In den Neunzigerjahren wurde der Park in einem ersten Schritt um vier Hektar nach Norden vergrößert, nachdem das Gelände der Stadtgärtnerei frei geworden war. Mit der zweiten Erweiterung, die mit Rücksicht auf die Besucher in mehreren Bauabschnitten geschehen soll, bekommt der Günthersburgpark eine Gesamtfläche von gut 16 Hektar. Das Projekt verzögerte sich unter anderem, weil auf den Flächen Container als Ausweichquartier für die Merianschule während ihrer Sanierung, aber auch für Horte und Kitas aufgestellt wurden.
