
Er hat sich mehr als drei Jahrzehnte für Teilhabe, Integration und Chancengleichheit eingesetzt. Nun ist Arif Arslaner im Alter von 63 Jahren am Montag an seinem Geburtstag nach schwerer Krankheit gestorben.
Arslaner war 1979 im Alter von 16 Jahren aus der türkischen Stadt Yozgat nach Frankfurt gekommen. Er machte zunächst eine Lehre als Schlosser. Danach ging er an eine Berufsaufbauschule, die Fachoberschule, um dann an der Universität ein Aufbaustudium zum Diplompädagogen mit den Nebenfächern Psychologie und Politologie zu belegen. Damals habe es zwar Angebote von deutschen Pädagogen gegeben, bei der Eingliederung von Ausländern zu helfen. Aber keine von Migranten für Migranten. Deshalb hat Arslaner im Jahr 1993 die Gesellschaft für Kultur und Bildung, kurz Kubi, im Stadtteil Bornheim gegründet.
„Wir unterstützen alle Kinder“, war einer seiner Leitsprüche. Unabhängig von Herkunft, sozialem Status oder Lebenslage ging es Arslaner darum, jungen Menschen bessere Bildungs-, Ausbildungs- und Berufsperspektiven zu eröffnen und den interkulturellen Austausch zu fördern. Arslaner war überdies Gründungsmitglied der Türkischen Gemeinde (TG) Hessen. Zwischen 2008 und 2010 war er stellvertretender Vorsitzender der Türkischen Gemeinde auf Bundesebene.
„Er war ein fleißiger, intelligenter und sehr ehrgeiziger Mensch“, schreibt Atila Karabörklü, Vorsitzender der TG in Hessen auf Facebook. Emre Telyakar, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Römer teilte über Instagram mit: „Arif Arslaner war ein beeindruckender Mensch, der sich aus einfachen Verhältnissen mit viel Kraft und Ausdauer seinen Bildungsweg erkämpfte und sein Leben anschließend in den Dienst von Bildung, Teilhabe und dem Miteinander dieser Gesellschaft stellte.“
Arslaner hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.
