
Am Ende war es doch eindeutig. Frankfurt Galaxy verlor nach aufopferungsvollem Kampf gegen den Favoriten Munich Ravens im Halbfinale der European Football Alliance (EFA) im Stadion am Bornheimer Hang vor rund 4000 Zuschauern 33:52. In der ersten Hälfte konnten die „Men in Purple“ mit den Süddeutschen mithalten; der Abstand betrug einmal nur drei Punkte. Mit ein wenig Spielglück hätten die Frankfurter sogar in Führung gehen können.
Doch die Münchner ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und zeigten den Galaktischen in der zweiten Halbzeit die Grenzen auf. Dass das auf Frankfurter Seite zu Frust führte, ist verständlich. Quarterback Zach Calzada ließ sich von seinen Emotionen jedoch derart mitreißen, dass er in der Schlussphase der Partie des Feldes verwiesen wurde.
Dabei war die Enttäuschung eigentlich unbegründet. Die Galaxy zeigte eine der besten Saisonleistungen und kann trotz des Nicht-Erreichens des Finales auf eine zufriedenstellende Spielzeit zurückblicken. Das gesteckte Ziel – die Teilnahme an den BIG4 Play-offs in Frankfurt – erreichten die Hessen.
Gute Leistung trotz komplizierter Saison
Der holprige Start der Galaktischen in die erste Spielzeit der EFA (zwei Niederlagen in drei Spielen) ist nur auf dem Papier einer. Das Saisoneröffnungsspiel gegen die starken Paris Musketeers hätten die Frankfurter gewinnen können. Dadurch, dass sie sich aber in der vorletzten Minute bei einem Spielstand von 20:21 kurz vor der Endzone für einen Quarterback Sneak entschieden und die Musketeers diesen unterbinden konnten, gingen sie als Verlierer vom Platz.
Die Niederlage gegen die Munich Ravens war absehbar. Die Münchner haben sich in den vergangenen Jahren vom Außenseiter zum Favoriten gemausert. Sie gehören mit Nordic Storm zum Besten, was der europäische Football aktuell aufbieten kann.
Quarterback-Wechsel schwächte Mannschaft
Angesichts dieser Konkurrenz gab es für die Galaxy nicht allzu viele Spiele zu gewinnen. Zu den vielen verletzten Stammspielern kam die ärgerliche Niederlage im Rückspiel gegen die bis dahin sieglosen Raiders Tirol. Dass die Frankfurter wenig später ihren Quarterback Ethan Garbers entließen und durch Zach Calzada ersetzten, kann ihnen angekreidet werden. Denn mit dem Wechsel schwächte sich die Mannschaft in dem als Wendepunkt ausgerufenen Spiel gegen Nordic Storm selbst.
Alles in allem aber haben sich die Frankfurter wenig vorzuwerfen. Aus einer komplizierten Saison machten sie das Beste und zeigten im Halbfinale eine gute Leistung, die so nicht zu erwarten war.
Der Einzug in die Play-offs war das Maximum, das sie aus der Spielzeit herausholen konnten. Wie sieht es in der kommenden Saison aus? Wenn die Munich Ravens und Nordic Storm wieder so stark aufspielen, ist es um einen möglichen Titelgewinn der Galaxy vermutlich schlecht bestellt. Mehr als der Einzug ins Halbfinale wäre wahrscheinlich abermals nicht drin.
Der Weg der Galaxy besteht wohl erst einmal darin, erster Verfolger der Münchner und Kopenhagener zu sein. Nur mit etwas mehr Spielglück könnte in Zukunft vielleicht das Erreichen des Finales gelingen.
