
In China haben Forscher ein Schwarz entwickelt, das besonders schwarz ist. Es soll 99,9 Prozent des einfallenden Lichts schlucken und eigne sich daher etwa für Autolacke, haben Forscher um Zhiwei Liu von der Nippon Paint Company in Shanghai nun herausgefunden. Je mehr Licht aufgenommen wird, desto schwärzer erscheint die Oberfläche. Die Farbe ist eine Kombination aus Ruß als Pigment und winzigen Kohlenstoffröhrchen. Licht wird so nicht nur absorbiert, sondern auch gestreut.
„Tiefschwarze Lackierungen gelten aufgrund ihrer eleganten Optik, ihrer starken visuellen Wirkung und ihres luxuriösen Untertons seit Langem als Premiumwahl und charakteristisches Merkmal für Luxusfahrzeuge“, wird Liu vom „Spiegel“ zitiert.
Laut der Studie, die am Donnerstag in der Fachzeitschrift „Matter & Light“ erschienen ist, ist die Forschung nach extremer Schwärze seit Jahren ein „zentrales Forschungsgebiet“ in der Automobilbeschichtungsindustrie. Der Effekt ähnle einem schwarzen Loch, schreiben die Wissenschaftler. Herkömmliche schwarze Beschichtungen reichten demnach oft nicht mehr aus, um die hohen Anforderungen der Automobilindustrie an besonders tiefe Schwarztöne zu erfüllen.
Eine mögliche Lösung sind Nanomaterialien, die nicht nur selbst sehr viel Licht absorbieren, sondern auch spezielle Oberflächenstrukturen bilden, die zusätzlich Licht einfangen. Damit könnten sogenannte Ultra-Schwarz-Beschichtungen hergestellt werden.
Den Anstoß der Erforschung gab offenbar BMW, berichtet der „Spiegel“. 2019 hatte der deutsche Autobauer einen Konzeptwagen mit einem sehr tiefen Schwarz, dem sogenannten Vantablack, präsentiert. In den kommenden Jahren könnten also vermehrt tiefschwarze Fahrzeuge deutsche Straßen säumen.
