Ein Flug der Airline Flydubai ist nach einem gewaltsamen Zwischenfall am Mittwochmorgen außerplanmäßig nach Saudi-Arabien umgeleitet worden. Verschiedene israelische Medien berichteten unter Berufung auf Passagiere des Flugzeugs, einer der Piloten habe den anderen mit einem Messer verletzt. Die Ursache für die gewaltsame Auseinandersetzung ist unklar. Flydubai bestätigte einen „Vorfall“ an Bord.
Passagiere halfen laut den Berichten dabei, den Angreifer zu überwältigen. Es werde nun geprüft, ob der Angreifer versuchte, das Flugzeug gezielt zum Absturz zu bringen. Für Medienberichte, wonach in Israel zunehmend von einem gescheiterten Terroranschlag auf die Maschine mit rund 180 israelischen Passagieren ausgegangen werde, gab es zunächst keine offizielle Bestätigung. Ein namentlich nicht genannter ranghoher israelischer Regierungsvertreter sagte dem Fernsehsender N12 jedoch, es sei eine schwere Katastrophe verhindert worden.
Die Boeing 737 war auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv. Das Flugzeug setzte dem Flugverfolgungsdienst Flightradar24 zufolge im jordanischen Luftraum zunächst ein allgemeines Notrufsignal ab. Wenige Minuten später folgte ein Signal mit einem Code, der auf eine Entführung hindeutete, später sendete das Flugzeug abermals ein allgemeines Notrufsignal. Die Daten von Flightradar24 zeigen außerdem, dass das Flugzeug innerhalb einer Minute abrupt von einer Flughöhe von fast 34.000 Fuß auf weniger als 17.000 Fuß absackte.
Notlandung in Saudi-Arabien
Schließlich landete es in Tabuk im Nordwesten von Saudi-Arabien. Das Flugzeug hätte eigentlich um 9.10 Uhr Ortszeit am internationalen Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv landen sollen.
Eine Israelin erzählte N12, unter den Passagieren habe große Angst geherrscht, es habe „Schreie und Panik“ gegeben. „Einige Männer, darunter auch Israelis, standen auf und überwältigten den Angreifer“, sagte sie. Es gehe den Passagieren inzwischen gut. „Die Situation hätte aber auch anders enden können“, sagte sie.
Eine weitere Israelin erzählte dem Sender, sie habe Schreie im Flugzeug gehört und anschließend viel Blut im Cockpit gesehen. „Es gab Momente, in denen wir dachten, dass wir das nicht lebend überstehen würden.“
Israel geht von versuchtem Terroranschlag aus
Das israelische Nachrichtenportal ynet berichtete, der tatverdächtige Ko-Pilot stamme aus Oman. Dafür gab es aber zunächst keine offizielle Bestätigung. Zunächst hatte es geheißen, der Pilot sei russischer und der Ko-Pilot ukrainischer Herkunft.
Eine israelische Sprecherin bestätigte, der tatverdächtige Ko-Pilot werde gegenwärtig in Saudi-Arabien befragt. Zunächst war nur von einem Streit unter den Piloten als Grund für die Notlandung in Saudi-Arabien berichtet worden.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ließ über sein Büro mitteilen, er habe Beratungen zu dem Vorfall abgehalten und verfolge die Entwicklungen: „Der Vorfall ist unter Kontrolle. Derzeit werden alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um die israelischen Passagiere sicher nach Israel zurückzubringen.“
Flydubai teilte mit, die Maschine sei sicher gelandet und alle Passagiere seien wohlauf. Die rund 180 israelischen Passagiere warten nun auf ihre Heimreise. Israel und Saudi-Arabien unterhalten keine diplomatischen Beziehungen.
