Mindestens 933 Arbeiter sind nach der Sturzflut in Nepal noch immer auf Baustellen eingeschlossen. Das teilte die Katastrophenschutzbehörde des Landes mit. Dabei soll es sich um Baustellen für Wasserkraftwerke handeln. Hunderte Arbeiter werden in einem Tunnel an einem der Dämme vermutet. Spezialisten aus Indien und China arbeiten bei den komplizierten Bergungsarbeiten mit, die zuletzt von steigenden Wasserständen und schlechtem Wetter beeinträchtigt wurden.
Auch die Versorgung der Überlebenden bleibt schwierig. Überschwemmungen
und Erdrutsche haben wichtige Straßen und Brücken zerstört, darunter die
wichtigste Verbindung zwischen Nepals
Hauptstadt Kathmandu und den südlichen Landesteilen. Die Regierung hat
zwar Ausweichrouten geöffnet, doch einige davon sind schmal und selbst
beschädigt.
Die Zahl der geborgenen Leichen infolge der verheerenden Flutkatastrophe ist laut Katastrophenschutzbehörde auf 903 gestiegen. Damit wurden – einschließlich der offiziell bestätigten Zahlen aus dem betroffenen Gebiet in China – mindestens 919 Menschen getötet. Viele Leichen wurden laut nepalesischen Behörden im Süden des Landes und damit Dutzende Kilometer entfernt von den eigentlichen Flutgebieten gefunden.
Drei Deutschen werden in China vermisst
Die Zahl der Vermissten in Nepal stieg auf 4.247, darunter sollen 592 Ausländer sein. In China sind 546 Menschen, davon drei Deutsche, als vermisst gemeldet. Insgesamt sind im Flutgebiet im Südwesten Tibets und in den betroffenen Regionen in Nepal weiter Tausende Rettungskräfte im Einsatz, um Opfer zu finden und zu bergen.
Viele Familien harren Hilfsorganisationen zufolge in überfüllten
Notunterkünften in der Unglücksregion aus. »Dort gibt es zu wenige
Schlafplätze, es ist heiß und stickig, es herrschen schlechte
Hygieneverhältnisse«, teilte Save the Children mit. Zudem fehle es an
Nahrung, Trinkwasser und medizinischer Hilfe. Durch mangelnde Hygiene
und die Enge in den Notunterkünften könnten sich Krankheiten schnell
ausbreiten.
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