Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (Icao) hat nach Warnungen der Ukraine zum verstärkten Schutz von Passagiermaschinen aufgerufen. Die zivile Luftfahrt werde durch Langstreckenwaffen, Drohnen, Funkstörungen und Luftabwehrsysteme gefährdet, teilte Icao mit.
Das Risiko nehme zu, dass Passagierflugzeuge gezielt angegriffen werden »oder ins Kreuzfeuer geraten« könnten, teilte die UN-Organisation mit. Dabei erwähnte sie jedoch kein bestimmtes Land. Die Mitgliedstaaten müssten ihre Anstrengungen »zum Schutz ziviler Flugzeuge vor allen Risiken, die von Konfliktgebieten ausgehen«, verstärken.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Dienstag eine Warnung an Fluggesellschaften, Versicherungsunternehmen und Passagiere ausgesprochen, die den russischen Luftraum nutzen. »In Russlands Luftraum werden sich Drohnen in einem Ausmaß befinden, das berücksichtigt werden muss«, sagte Selenskyj. Die sicheren Tage im russischen Luftraum seien vorbei.
Ein »von Drohnen wimmelnder Luftraum«
»Die Ukraine will nicht, dass unschuldige Menschen ihr Leben verlieren«, sagte Selenskyj. Daher würden die Verbündeten seines Landes gewarnt. Die Ukraine bedroht die zivile Luftfahrt »nicht als solche – kein einziges ziviles Flugzeug«. Ein »von Drohnen wimmelnder Luftraum« sei allerdings »kein Ort für die zivile Luftfahrt«, sagte er.
Die ukrainische Regierung übermittelte ihre Warnung auch offiziell an die Icao. »Wir rufen alle dazu auf, diesen zu meiden«, schrieb Außenminister Andrij Sybiha über den russischen Luftraum auf X. Der russische Luftraum werde aufgrund »erhöhter militärischer Aktivität« unsicherer.
Mehr als vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs überzieht Russland das Nachbarland unvermindert mit Angriffen. Die Ukraine hatte zuletzt ihre Gegenangriffe auf die russische Infrastruktur verstärkt, darunter Raffinerien, Öldepots und Häfen.
