Fifa-Präsident Gianni Infantino will Medienberichten zufolge offenbar hochrangige Mitarbeiter der Fifa zu einer Krisensitzung in die marokkanische Hauptstadt Rabat einberufen. Das berichteten The Times und der Sender Sky UK übereinstimmend. Das Treffen in Marokko, wo sich Infantino derzeit aufhält, soll demnach an diesem Mittwoch stattfinden.
Infantino hatte zuletzt für eine Welle der Empörung gesorgt, als Pläne zum Verkauf von WM-Rechten an Investoren bekannt wurden. Der Fifa-Präsident verwarf die Idee erst, nachdem sie heftiger Widerstand gegen ihn gerichtet hatte. Zuletzt hatte der Druck auf Infantino auch innerhalb des Fußballverbandes zugenommen. Verbandsdirektor Arsène Wenger distanzierte sich von Infantino. Sein enger Vertrauter und Berater Carlos Cordeiro war schon vergangene Woche aus Protest zurückgetreten.
Mit den Investorenplänen wollte der 56-jährige Schweizer bis zu 20
Prozent der kommerziellen Fifa-Rechte an private Geldgeber verkaufen.
Dafür sollte ein Tochterunternehmen unter Führung von
Technologieinvestor Joshua Kushner gegründet werden. Kushners Bruder Jared ist mit der Tochter von US-Präsident Donald Trump, Ivanka, verheiratet.
Mehrere Kritiker forderten Infantinos Rücktritt. Der ehemalige Fifa-Chef Sepp Blatter schlug zuletzt
die Präsidentin des norwegischen Fußballverbands, Lise Klaverness, als
Nachfolgerin vor. Auch der Uefa-Präsident
Aleksander Čeferin und Concacaf-Chef Victor Montagliani werden als mögliche Kandidaten diskutiert.
Bis zuletzt beharrte Infantino allerdings darauf, 2027 erneut für den Chefposten zu kandidieren. Im marokkanischen Rabat finden im nächsten Jahr der 77. Fifa-Kongress und die nächsten Präsidentenwahlen des Verbandes statt. Marokko ist gemeinsam mit Spanien Gastgeber der Fußball-WM 2030.
