Es sollte ein offenes Rennen werden. Ein echter
»Wettbewerb« um den Parteivorsitz der FDP, so schrieb es Henning Höne
auf X, worüber er sich als »Marktwirtschaftler« natürlich freue.
Dazu drei Dinge. Erstens: Ja, so redet man tatsächlich in
der FDP. Zweitens: Nein, den Wettbewerb gibt es jetzt nicht mehr. Denn Henning
Höne hat seine Kandidatur am Freitag zurückgezogen. Stattdessen tritt er nun als
Stellvertreter seines Konkurrenten an, von Wolfgang Kubicki, der Ende Mai zum
Parteichef gewählt werden soll. Er hat also während des Spiels das Team
gewechselt, um es mal sportlich auszudrücken. Und drittens, das ist das Wichtigste: Die Nachricht soll Einigkeit signalisieren – in Wahrheit aber bedeutet
sie die frühzeitige Entscheidung eines Streits um die Frage, in welche Richtung
sich die FDP entwickeln möchte. Schon jetzt dürfte klar sein: Die Partei wird künftig
lauter werden, rüpelhafter, schriller, rechter.
