Im Bundesumweltministerium gibt es Bestrebungen, wegen der Dauerhitze in Deutschland einen nationalen Hitzeaktionsplan zu erstellen. Viele Bundesländer hätten bereits Aktionspläne für den Hitzeschutz, und der Bund arbeite sehr eng mit ihnen zusammen, sagte der Staatssekretär im Umweltministerium, Jochen Flasbarth (SPD), im ZDF-heute-journal. Aber: »Ich glaube, die Lektion, die wir aus diesem Sommer gelernt haben, ist: Nächsten Sommer brauchen wir auch einen nationalen Aktionsplan, der dann alles aus den Ländern zusammenbündelt.«
Flasbarth kritisierte im Zusammenhang mit der Hitzewelle und der Kritik an fehlenden Klimaanlagen in Krankenhäusern und Altenheimen auch den Bundesrechnungshof. Es gebe längst ein Programm des Bundesumweltministeriums zur »Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen«, um das Problem aufgeheizter Räume anzugehen. Der Bundesrechnungshof habe das Programm aber deutlich kritisiert und dem Bundesumweltministerium vorgeworfen, seine Kompetenzen zu übersteigen.
Es sei nicht so, dass die Politik nicht handeln wolle, bekräftigte Flasbarth. »Wir wollen das angehen, wir wollen sogar eine Grundgesetzänderung jetzt auf den Weg bringen, damit diese völlig überzogene Kritik des Bundesrechnungshofes eben ins Leere läuft«, sagte er.
Kein einziger Baum auf dem Gendarmenmarkt
Flasbarth mahnte auch an, dass Kommunen mehr Verantwortung für die Hitzeplanung im Städtebau übernehmen müssten. »Man muss dann doch auch vor Ort mal fragen: Ist es eigentlich vernünftig, hier in der Mitte in Berlin einen Gendarmenmarkt für viel Geld zu sanieren und dabei keinen einzigen Baum zu pflanzen?«
In diesem Jahr sind nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts von Mitte Juli deutschlandweit bereits fast 10.000 Menschen wegen hoher Temperaturen gestorben. Das ist mehr als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016. An mehreren Orten Deutschlands sind die Temperaturen vergangene Woche auf neue Höchstwerte über 40 Grad gestiegen.
