
Der Titeltraum droht zu platzen – für den Finaleinzug in der Europa League muss sich der SC Freiburg mächtig strecken. Der Fußball-Bundesligist verlor das Halbfinal-Hinspiel 1:2 (1:1) bei Sporting Braga und benötigt für die erste Teilnahme an einem Europacup-Endspiel eine erfolgreiche Aufholjagd beim Rückspiel am Donnerstag kommender Woche.
Demir Ege Tiknaz (8.) und Mario Dorgeles (90.+2) waren für den Tabellenvierten aus Portugal erfolgreich. Vincenzo Grifo (16.) traf für die Breisgauer bei ihrer Halbfinalpremiere in einem internationalen Wettbewerb, Torwart Atubolu hielt einen Foulelfmeter (45.+2). Der SC hat alle Europacup-Heimspiele in der laufenden Saison gewonnen. Im Finale am 20. Mai in Istanbul wartet in jedem Fall ein Klub aus der englischen Premier League. Nottingham Forest und Aston Villa machen den zweiten Teilnehmer unter sich aus.
Die Freiburger waren zu Beginn in der Defensive gefordert. Der Spielaufbau des SC funktionierte nicht wie erhofft, die Partie spielte sich weitgehend in der Hälfte der Gäste ab. Der schlechte Start wurde sofort bestraft. Nach einer schwachen Kopfballabwehr von Jordy Makengo traf der Türke Tiknaz.
Die Breisgauer traten zum ersten Mal in der 11. Minute offensiv in Erscheinung. Der Distanzschuss von Johan Manzambi ging über das Tor. Im Anschluss erarbeiteten sich die Freiburger, bei denen Patrick Osterhage und Max Rosenfelder fehlten, größere Spielanteile. Auch die Freiburger wurden umgehend belohnt. Grifo schloss einen Konter nach Vorarbeit von Niklas Beste ab. Es war der 108. Pflichtspieltreffer des Freiburger Rekordtorschützen.
Freiburg leistet sich ungewohnt viele Fehler
Danach war Kampf Trumpf. Der Sport-Club, der am Sonntag in der Bundesliga auf den VfL Wolfsburg trifft, leistete sich ungewohnt viele Fehler. Die Mannschaft Schusters kam nicht richtig in Fahrt. Da von den Portugiesen auch nicht viel kam, blieb die Begegnung in dieser Phase arm an Höhepunkten.
Auch nach einer halben Stunde blieb das Spiel zäh. Viele Fouls und Unterbrechungen sorgten zudem dafür, dass kein Spielfluss zustande kam. Der umstrittene Strafstoß nach einem Foul des Freiburger Verteidigers Philipp Lienhart kam aus dem Nichts. Der umworbene Atubolu, der vergangenes Jahr mit fünf gehaltenen Strafstößen in Folge einen Bundesligarekord aufgestellt hat, hielt gegen Ex-Bundesligaprofi Rodrigo Zalazar.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs änderte sich kaum etwas am schleppenden Spiel. Beide Teams scheuten das Risiko. Nach 75 Minuten deutete alles auf ein Unentschieden hin. Dann traf Braga doch noch.
