Nach den Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Toten auf mindestens 1.943 gestiegen. Das teilte der Präsident der Nationalversammlung Jorge Rodríguez mit. Verletzt wurden demnach mehr als 10.500 Menschen. In der schwer betroffenen Region La Guaira fehlt von rund 10.000 Menschen noch jede Spur.
In nur zwei Städten von La Guaira – Catia La Mar und Caraballeda – hätten sich nach Schätzungen der Behörden zum Zeitpunkt der Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 am örtlichen Mittwochabend rund 30.000 Menschen befunden. Davon hätten sich rund 13.500 selbst in Sicherheit bringen können und rund 6.400 weitere seien in den Tagen danach von Rettungskräften gerettet worden, sagte Rodríguez. Zu den fehlenden 10.000 Menschen machte er keine Angaben.
Kaum noch Hoffnung auf Überlebende
Knapp eine Woche nach den Beben schwindet die Hoffnung auf die Bergung von Überlebenden. Rund 855 Gebäude wurden vollständig zerstört oder schwer beschädigt. Einsatzkräfte aus Venezuela und zahlreichen anderen Staaten suchen weiter unter eingestürzten Gebäuden nach Verschütteten. Nach einer Modellrechnung der US-Erdbebenwarte USGS könnte die Zahl der Toten in die Zehntausende gehen.
Venezuela befand sich vor den Erdbeben ohnehin schon in einer schwierigen Lage. Seit Jahren leidet das Land unter politischen Spannungen, wirtschaftlichen Problemen und einer der größten Migrationskrisen der Welt. Im Januar führte Washington einen Militäreinsatz im Land durch, bei dem der autoritäre Machthaber Nicolás Maduro gefangen genommen wurde. Die derzeitige Staatschefin Delcy Rodríguez war Vizepräsidentin in der Maduro-Regierung.
© dpa-infocom, dpa:260630-930-308394/4
