In wenigen Tagen, am 7. Juni, läuft die Frist ab, bis zu der Deutschland
die EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz in nationales Recht hätte
umsetzen müssen. Die Vorgaben aus Brüssel verschärfen die bisher in Deutschland gängige Praxis deutlich. Sie sollen Beschäftigten besseren Zugang zu Informationen über
Bezahlung geben, Unternehmen zu mehr Transparenz verpflichten und damit
helfen, Lohndiskriminierung wirksamer aufzudecken und zu sanktionieren.
Es deutete sich schon seit mehreren Monaten an, nun ist klar, dass die Bundesregierung die von der EU vorgegebene Frist reißen wird. Das
Bundesfamilienministerium hat der ZEIT am Freitag bestätigt, dass die
Umsetzung nicht mehr rechtzeitig gelinge. »Es sind noch weitere
Abstimmungen notwendig, sodass wir die Frist zur Umsetzung Anfang Juni
nicht einhalten werden«, sagte eine Sprecherin. Weiter heißt es aus dem
Ministerium, man habe zwar »alle Vorbereitungen getroffen, um das
Gesetzgebungsverfahren einzuleiten«, wolle die Richtlinie aber »aufs
Notwendige beschränkt, möglichst bürokratiearm und wirksam« umsetzen.
