Eine Rückkehr zur Atomenergie sieht Bundeskanzler Friedrich Merz nicht als kurzfristigen Weg für eine bessere und günstigere Energieversorgung in Deutschland. Mit Blick auf das Abschalten der letzten deutschen Atommeiler vor drei Jahren sagte der CDU-Chef in Berlin: »Die Entscheidung war falsch. Sie zu korrigieren, wird keines der gegenwärtigen Energieversorgungsprobleme unseres Landes lösen.« Dies sei daher nur »eine Frage der längeren Perspektive«.
Unionsfraktionschef Jens Spahn hatte zuvor eine Diskussion über die Wiederinbetriebnahme deutscher Atomkraftwerke angestoßen. Der Kanzler betonte in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem
irischen Regierungschef Micheál Martin, er sei sich in seiner
Einschätzung mit Spahn einig. Ihre Auffassungen
seien »vollkommen übereinstimmend«.
Spahn hatte am Rande eines Forschungskongresses der Unionsfraktion auf Studien verwiesen, wonach die in den vergangenen Jahren noch angelegten Reaktoren mit Investitionen um die neun, zehn Milliarden Euro wieder ans Netz gehen könnten.
Die drei letzten deutschen Kernkraftwerke wurden im April 2023 abgeschaltet
Die letzten drei Kernkraftwerke – Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2 – waren Mitte April 2023 abgeschaltet worden. Den Beschluss zum Atomausstieg hatte die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) als Reaktion auf das Reaktorunglück im japanischen Fukushima im Jahr 2011 in die Wege geleitet. Er wurde im Juni 2011 vom Bundestag beschlossen.
Die letzten Kernkraftwerke hätten eigentlich schon zum Jahresende 2022 abgeschaltet werden sollen. Wegen der Energieknappheit nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine wurden ihre Laufzeiten nochmals um einige Monate verlängert. Die Anlagen sollen nun in den nächsten Jahren zurückgebaut werden.
