Liebe Leserin, lieber Leser,
ein Podcast, von dem ich so
ziemlich jede Folge gehört habe, ist Heavyweight aus den USA. In den Episoden helfen die Hosts Menschen dabei, ein
(meist altes) Problem zu lösen – sich zu entschuldigen, verlorene
Freunde aufzuspüren oder die Schätze der Eltern, die diese vor 20
Jahren im Pfandhaus abgegeben haben.
Diese Woche musste ich an
die Folge mit Yasser denken. Der Zahnarzt aus Saudi-Arabien brauchte
Hilfe bei der Suche nach einer Serie, die er als Kind auf Video
geschaut hatte. Sie handelte von einer Elefantenfamilie. Die Serie
war arabisch synchronisiert, aber Yasser glaubte, dass sie
amerikanisch war, weil die Elefanten in einer Vorstadt lebten und der
Elefantenpapa sich ständig bei seinem Chef einschmeichelte. Yasser
würde die Serie gern eines Tages seinem eigenen Kind zeigen. Doch
die Kassette war verschwunden und beim Googeln fand er nichts dazu.
Das Heavyweight-Team
fragt bei Comic- und Animationsexperten nach, in Archiven und Museen.
Ist es Babar
mit der Krone?
Nein. Der neurotische Elefant aus dem Disneyfilm Tarzan?
Nein. Auch ein arabischer Elefanten-Cartoon ist es nicht. Schließlich
wird rumgezweifelt: Sind das vielleicht doch See-Elefanten? Nein!
Monatelang geht das so.
Doch dann postet der
Suchtrupp eine Zeichnung auf Twitter, die Yasser angefertigt hat, und
es meldet sich ein Simon aus Germany: Der kleine Yasser hat –
Achtung, Spoiler – die Ottifanten geschaut! Ja, genau: die
berüsselten Wesen von unserem Otto Waalkes. Den US-Podcastern war
der Komiker kein Begriff. Otto wird telefonisch interviewt, er
beantwortet die Fragen, wie Otto eben Fragen beantwortet: auf
Englisch zwar, aber mit verschiedenen Stimmen, Hundekläffen und
Holladihiti. Die Moderatorin sagt, Otto selbst komme ihr vor wie eine
Comic-Figur.
Morgen erscheint im
Hamburger Oetinger-Verlag Otto Waalkes’ erstes Bilderbuch: Karl,
der kleine Ottifant.
Als ich das erfuhr, zweifelte ich erst etwas spielverderberisch:
Kennen Kinder heute überhaupt noch den Otto von damals?
Doch dann dachte ich an
Yassers Geschichte. Und an all die anderen Fans, die ihren Kindern
das Buch vorlesen werden. Auch wenn Yasser die Ottifanten aus der
arabischen Version nur als »Bumils« kannte.
Ich wünsche Ihnen einen
elefantastischen Tag,
Ihre Viola Diem
Was heute wichtig ist
Der
Verkehrsausschuss des Bundestags hat den Weg
frei gemacht für die umstrittene Bahn-Neubaustrecke zwischen Hamburg
und Hannover. Die Zustimmung des
Bundestags heute Abend gilt als Formsache. Hamburgs Verkehrssenator
Anjes Tjarks (Grüne) begrüßte die Entscheidung, der
niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) äußerte sich
kritisch.
Zum
Start der Schulferien in
Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen
an diesem Wochenende wird es auf der A7, A1, A24 sowie auf den
Straßen in und um Hamburg voll. Auch der Flughafen rechnet mit mehr
als 55.000 Reisenden pro Tag und empfiehlt, mindestens zwei Stunden
vor Abflug einzutreffen.
Wegen
umfangreicher Bauarbeiten wird die U3 ab
dem 19. Oktober für zehn Tage gesperrt.
In dieser Zeit verkehren zwischen den Haltestellen St. Pauli und
Rathaus keine Züge. Die Metrobus-Linie 17 fährt die betroffenen
Haltestellen an.
Die
unter der Amsinckstraße verlaufende Fernwärmeleitung
ist nach einem Wasserrohrbruch intakt.
Damit widersprechen die Hamburger Energiewerke einer anderslautenden
Bewertung. Ein sogenanntes Dehnpolster der Leitung soll aber
vorsichtshalber ausgetauscht werden.
Wegen
eines Angriffs auf einen Mann mit einer
Axt auf einem Parkplatz in Wandsbek hat
das Landgericht Hamburg einen 20-Jährigen in ein psychiatrisches
Krankenhaus eingewiesen.
Nachricht des Tages
Die
Bundesregierung hat den geplanten Verkauf
des Hamburger Logistikunternehmens Zippel an die chinesische
Staatsreederei Cosco
verboten. »Grund für die Untersagung sind Sicherheitsbedenken«,
teilte das federführende Wirtschaftsministerium mit. »Der Erwerb
hätte Abhängigkeiten vertieft und die Resilienz von Lieferketten
Deutschlands und der EU gefährdet.«
Die
Entscheidung ist nach der Begrenzung
eines
geplanten Cosco-Investments in das Containerterminal Tollerort im Jahr 2023 der zweite Eingriff des Bundes in chinesische Versuche,
sich wirtschaftlichen Einfluss im Hamburger Hafen zu sichern. In
beiden Fällen hatten die Hamburger Behörden keine Bedenken, während
der Verfassungsschutz und mehrere Bundesministerien vor dem
wachsenden Einfluss Chinas auf den wirtschaftlich und strategisch
wichtigen Hamburger Hafen gewarnt hatten. Die aktuelle Entscheidung des schwarz-roten Kabinetts spricht für eine neue, skeptischere Haltung gegenüber China.
Das
Logistikunternehmen Zippel ist ein mittelständischer Betrieb mit
wenigen hundert Beschäftigten und darauf spezialisiert,
Containerfracht vor allem von den Nordseehäfen Hamburg und
Bremerhaven per Lkw und Bahn nach Ostdeutschland zu transportieren.
Im September hatte das Handelsblatt
aus einem Regierungsdokument zitiert, wonach Zippel trotz seiner
geringen Marktanteile als etablierter Akteur mit einer über
Jahrzehnte gewachsenen Marktkenntnis gelte, die China sich im
Konfliktfall zunutze machen könne. Zudem sei das Unternehmen für
die logistische Unterstützung der Bundeswehr von Bedeutung.
Von
Frank Drieschner
Aus Hamburg
Spion in eigener Sache?
Ermittler haben den
früheren BND-Präsidenten August Hanning festgenommen. Er soll sich
Staatsgeheimnisse beschafft und das Wissen zu Geld gemacht haben.
Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Artikel der
ZEIT-Redaktionsmitglieder Kai Biermann, Anne Kunze und Martín
Steinhagen.
In
der Welt der Geheimdienste ist der Verrat Alltagsgeschäft. Doch
schwierig wird es immer dann, wenn der Verräter aus den eigenen
Reihen stammt. Ein solcher Verdacht beschäftigt derzeit den
Bundesnachrichtendienst (BND). Ausgerechnet der frühere Präsident
des Auslandsgeheimdienstes, August Hanning, soll seine ehemalige
Behörde ausgekundschaftet haben, um geheime Informationen zu Geld zu
machen. Am Dienstagmorgen wurde er deswegen festgenommen.
Die
Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Hanning wegen des Verdachts der
landesverräterischen Ausspähung, des Auskundschaftens von
Staatsgeheimnissen, des versuchten Landesverrats sowie der
geheimdienstlichen Agententätigkeit. Seinen früheren Büroleiter
Manfred D. ließen die Ermittler gleichzeitig festnehmen. Ihm wird
Beihilfe zum versuchten Landesverrat und zur landesverräterischen
Ausspähung vorgeworfen.
Im
Kern geht es um folgenden Vorwurf: Hanning habe sich nach seiner
Pensionierung von seinem einstigen Büroleiter mit geheimen
Informationen versorgen lassen. Diese Erkenntnisse soll er dann für
seine privaten Beratertätigkeiten ausgeschlachtet haben. Besonders
brisant ist, dass Hanning den Ermittlungen zufolge nicht nur von
Unternehmen engagiert wurde, sondern auch mit ausländischen
Geheimdiensten in Kontakt war und in mindestens einem Fall auch für
diese Analysen schrieb.
Der
heute 80-jährige Hanning war von 1998 bis 2005 Präsident des BND.
Damals arbeitete Manfred D. als sein Büroleiter. Die Zusammenarbeit
war offenbar gut, denn als Hanning als Staatssekretär ins
Bundesinnenministerium wechselte, folgte ihm D. als abgeordneter
Assistent. 2009 ging Hanning in den Ruhestand und Manfred D. zurück
zum BND. Die Verbindung der beiden Männer blieb offenbar bestehen.
Wie
eine Durchsuchung im Rahmen des Hamburger Block-Verfahrens zu der
Verhaftung führte, lesen
Sie weiter in der ungekürzten Fassung. →
Zum Artikel (Z+)
Schon gelesen?
»Was brauchen wir zum Leben, was macht uns glücklich?«
Bestseller-Autorin
Juli Zeh hat einen Kriminalroman geschrieben: »Pony Show«
handelt von einem Gerichtsprozess in Hamburg, es geht aber auch um die
politische Großwetterlage. Ist sie jetzt Marxistin geworden?
Darüber spricht sie mit ZEIT-Redakteurin Jolinde Hüchtker. → Zum Interview (Z+)
Darauf können Sie sich freuen
Momentan
läuft das Lesefest Seiteneinsteiger, ein Literaturfestival für
Kinder und Jugendliche. An vielen Orten in der Stadt gibt es
Möglichkeiten, an Workshops, Lesungen, literarischen Spaziergängen
oder Rallyes teilzunehmen.
Seiteneinsteiger,
bis 18.10.; diverse Orte; das
Programm finden Sie hier
Meine Stadt
Hamburger Schnack
In
der Bahn, ein Telefonat kann minutenlang live mitverfolgt werden:
akute Hilfestellung beim Kuchenbacken. Kann der Kuchen wohl aus dem
Ofen? Die geduldige junge Dame empfiehlt: »Mach die Stäbchenprobe!«
Gehört
von Kirsten Wohlfahrt
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