Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation,
Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat die Stadt Bunia im Zentrum des Ebola-Ausbruchs
im Osten der Demokratischen Republik Kongo
besucht. Er soll dort ein Behandlungszentrum aufsuchen und örtliche
Behördenvertreter, Mitarbeitende im Gesundheitswesen sowie betroffene Familien
treffen.
Die beste Herangehensweise sei es, jede notwendige
Unterstützung für den Kampf gegen die Krankheit in diesem Epizentrum anzubieten
und jede benötigte Hilfe zur Verfügung zu stellen, sagte Tedros zu
Reporterinnen und Reportern. Tedros hatte zuvor die Hauptstadt Kinshasa besucht und hier bereits
alles in seiner Macht Stehende zur Ebola-Bekämpfung zugesagt.
In der Provinz Ituri, in der auch die Stadt Bunia liegt, wurde am 15. Mai der aktuelle Ebola-Ausbruch erklärt. Dabei handelt es sich um eine seltene Form von Ebola, den sogenannten Bundibugyo-Virus. Für den Bundibugyo-Virus gibt es aktuell keine Behandlung und keinen
Impfstoff. Die
Übertragung des Ebola-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit
Körperflüssigkeiten von Infizierten.
Tatsächliches Ausmaß des Ausbruchs nicht klar bezifferbar
Nach Angaben der WHO vom
Freitag gibt es inzwischen 906 mutmaßliche Infektionsfälle und 223 mutmaßliche
Todesfälle im Zusammenhang mit dem Ausbruch. Im Nachbarland Uganda sind nach
Angaben des örtlichen Gesundheitsministeriums vom Freitag neun Fälle und
ein Todesfall bestätigt worden. Das tatsächliche Ausmaß des Ausbruchs dürfte
nach Einschätzung der WHO allerdings größer sein.
Die WHO-Spezialistin Anaïs
Legand hatte am Freitag von einem ersten nachgewiesenen Genesungsfall nach
einer Ebola-Infektion im Rahmen des aktuellen Ausbruchs berichtet. Laut Legand kann
man von weiteren von Ebola Geheilten ausgehen, die angesichts der begrenzten
Kapazitäten in der Demokratischen Republik Kongo
aber nicht getestet wurden.
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen rief zu einer
sofortigen Ausweitung von Tests, einer schnelleren Entsendung von
Einsatzkräften und einem weiteren Zugang zu medizinischen Hilfsgütern auf.
