Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo könnte nach Einschätzung des Roten Kreuzes bis zu ein Jahr lang dauern. Wie Bruno Michon von der Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) sagte, hat die Infektion ihren Höhepunkt noch nicht erreicht.
Michon sprach von verschiedenen Schwierigkeiten, die die Bekämpfung des Ausbruchs erschwerten. Das sei zum einen eine Vertrauenskrise. Es gebe noch immer Menschen, die glaubten, die Krankheit sei erfunden worden, um mehr Geld aus dem Ausland zu bekommen. Andere empfänden Beerdigungen unter besonderen Schutzvorrichtungen als Angriff auf Kultur und Tradition und nicht als Maßnahme zum Schutz der Familien. Die Maßnahmen sind notwendig, da das Virus von Leichen übertragen werden kann.
Nach Angaben der afrikanischen Gesundheitsbehörde konnten bislang zehntausende Kontakte von Infizierten noch nicht ermittelt werden. Wenn der Ausbruch nicht bald gestoppt werde, drohe er schlimmer zu werden als alle, die man zuvor in
Westafrika und dem Osten der Demokratischen Republik Kongo gesehen habe, sagte der Chef des Africa Centre for Disease Control and Prevention (Africa CDC), Jean Kaseya.
Er bezog sich dabei auf einen Ausbruch im Kongo und auf die
Ausbrüche in Guinea, Liberia und Sierra Leone im Zeitraum von 2014 bis 2016. Durch diese hatten
mehr als 11.000 Menschen ihr Leben verloren.
Ursula Langkamp, die Landesdirektorin der Welthungerhilfe in der Demokratischen Republik Kongo forderte eine Intensivierung von Maßnahmen für Tests und Kontaktnachverfolgungen. Es brauche wesentlich mehr finanzielle Mittel, deutlich mehr Gesundheitspersonal und eine bessere medizinische Ausstattung, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.
Mehr als 800 Ebola-Fälle in der Demokratischen Republik Kongo registriert
Eine neue Statistik der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) zeigt, dass in der Demokratischen Republik Kongo inzwischen 808 Ebola-Fälle erfasst und bestätigt wurden, hinzu kommen 192 Todesfälle. Besonders von dem Ausbruch betroffen sind die Provinzen Ituri und Nord-Kivu. Sie befinden sich im Osten des Landes.
