Strahlen von Taschenlampen zucken durch die Dunkelheit. Sie
werfen grelle Lichtkegel auf Betonbrocken, geborstene Türen, zerfetzte
Mauerstücke. Das Haus des Verteidigungsministers von Mali ist nur noch ein
Trümmerhaufen, durch den nun desorientierte Männer in Kampfanzügen und ein Kerl
in einem weißen Kittel staksen.
Darüber, was aus dem malischen Verteidigungsminister
geworden ist, gibt das verwackelte
Video, das seit dem Wochenende in den sozialen Medien kursiert, keine
Auskunft. Doch mittlerweile ist es bestätigt: Sadio Camara ist tot. Der Mann,
der wie kein Zweiter für die Kooperation der Streitkräfte Malis mit Söldnern
aus Russland stand, ist das Opfer eines Autobombenanschlags jener Kräfte
geworden, die er zu besiegen versprochen hatte. Es ist die bisher wohl
bitterste Niederlage der Militärregierung Malis. Eine Niederlage, die die Frage aufwirft, ob die Junta mit ihren Partnern, dem russischen Afrikakorps
(ehemals Wagner), auf die falsche Strategie im Kampf gegen Terror und Rebellion
gesetzt hat.
