Der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) hat die Stadt Frankfurt wegen der Situation im Bahnhofsviertel scharf kritisiert. Vertreter der Stadt wollten einen größeren Bereich der Niddastraße in einen Aufenthaltsort für Schwerstabhängige umwidmen, teilt Poseck mit. Davor warne er ausdrücklich, denn so könne eine weitere Sogwirkung auf Abhängige aus dem gesamten Bundesgebiet entstehen.
«Diese Sogwirkung muss eingedämmt werden, durch einen stärkeren Fokus auf Ausstiegsangebote in der Drogenhilfe und durch mehr Eigenverantwortung der Betreiber von Drogeneinrichtungen für das unmittelbare Umfeld ihrer Einrichtungen», erklärt Poseck. Er habe seine Bedenken Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) in einem Brief mitgeteilt und stehe für Gespräche bereit.
Deutlich mehr Schwerstabhängige vor Ort
Die Landesregierung habe die Sicherheit in dem Viertel erhöht, unter anderem mit stärkerer Polizeipräsenz. Nun sei aber eine im Jahresvergleich um die Hälfte gestiegene Zahl von Schwerstabhängigen zu beobachten. Dies sei ein alarmierender Befund, sagte der Minister.
Besonders problematisch seien derzeit mehrere große Baustellen, so dass sich die Szene in angrenzende Straßen verlagere. «Dies führt dort zu unzumutbaren Zuständen», sagt Poseck. Zudem seien öffentliche Toiletten geschlossen. «Es braucht jetzt ein entschlossenes Handeln der Stadt Frankfurt, insbesondere im Hinblick auf die Baustellensituation», fordert der Minister.
© dpa-infocom, dpa:260522-930-117126/1
