Der Hamburger Senat hat eine wichtige Auszeichnung für Verdienste im Kulturbereich umbenannt. Die Senator-Biermann-Ratjen-Medaille solle künftig «Medaille für Kunst und Kultur in Hamburg» heißen, teilte die Kulturbehörde mit. Hintergrund seien im Jahr 2024 ausgewertete historische Akten zur Biografie von Hans Harder Biermann-Ratjen (1901-1969) in der Zeit des Nationalsozialismus.
Nach einem Bericht von «Welt» war der ehemalige Kultursenator NSDAP-Mitglied gewesen. Das habe er 1943 selbst in einem Aufnahmeantrag an die Reichsschrifttumskammer angegeben, als er einen Roman veröffentlichen wollte. Diese Erkenntnisse hatte der Hamburger Historiker Helmut Stubbe da Luz bereits im Juni 2024 in einem Beitrag für «Welt am Sonntag» vorgestellt.
Die Diskussion um die Vergangenheit des Namensgebers müsse in aller Differenziertheit weiter geführt werden, erklärte Kultursenator Carsten Brosda (SPD) und fügte hinzu: «Das sollte aber unabhängig von der Ehrung von Personen geschehen, die sich heute für die Kultur in Hamburg starkmachen.» Die Senator-Biermann-Ratjen-Medaille war 1978 vom Senat zum Gedenken an die Verdienste des Kultursenators gestiftet worden. Sie wurde mehr als 100 Mal verliehen.
Die neue Medaille für Kunst und Kultur in Hamburg soll im Sommer erstmals vergeben werden, und zwar an den Gründer der Hamburger Initiative Stolpersteine und «Gedenktafeln Hamburg», Peter Hess (Jahrgang 1943).
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