
Lässt man mal das Bohei um all die neuen Spielernamen beiseite, die tagelang auf deutsche Fußballfans einprasselten, bleibt von der ersten Kadernominierung des neuen Bundestrainers eine Botschaft. Sie lautet: Happy, Käppi, Klopp.
„Einer von 83 Millionen“ steht in goldenen Lettern auf der schwarzen Kappe, die Jürgen Klopp eine Stunde lang trägt. Die Botschaft, die er damit aussenden will, hat mit „positiven Patriotismus“ zu tun, in anderen Worten Klopps mit dem „Glück, dass du in diesem wundervollen Land geboren, aufgewachsen und zugezogen bist“.
Klopp als Erster unter Gleichen?
Doch führte sich Klopp nicht nur als Menschenfänger auf, der Fußball-Deutschland im Glanze dieses Glückes zum Blühen bringen will, sondern auch als Markenbotschafter: Das einzige Schwarz-Rot-Goldene auf seiner Kappe war das Logo des DFB-Ausstatters.
Wer nimmt Klopp die Demutsgeste ab, nur „einer von 83 Millionen“ und damit Erster unter Gleichen zu sein? Damals in Dortmund, mit der „Pöhler“-Kappe, mag das hingehauen haben. Heute kann er seine Botschaft anscheinend selbst kaum glauben. So ließ er durchblicken, dass ihm Leistungsdaten eher schnuppe sind, weil er über die außergewöhnliche Gabe verfügt, den Spielern zuzusehen und zuzuhören, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen und ein schlagkräftiges Team zu formen.
Sowas hat weniger mit Bescheidenheit zu tun als mit einem Heilsversprechen. Mal sehen, was Klopp künftig noch alles auf seine Kappe nimmt – oder nehmen muss.
