Die Deutsche Bahn plant laut einem Medienbericht ein Alkoholverbot an sämtlichen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland. »Es reicht. Genug ist genug. Wir greifen jetzt noch härter durch«, sagte Bahnchefin Evelyn Palla der Bild-Zeitung. Die
Bahn wolle »mehr Ordnung und Sicherheit« auf den Bahnhöfen und in den
Zügen. Für sie hätten der Schutz der Bahnmitarbeiter sowie der
Reisenden Priorität, sagte Palla der Zeitung.
Die flächendeckende Umsetzung der neuen Maßnahme soll dem Bericht nach bis zum 15. Oktober dieses Jahres abgeschlossen sein. Bislang galt ein solches Konsumverbot bereits an rund 30 großen deutschen Bahnhöfen – darunter in Hamburg, Köln und München. Mit der neuen Entscheidung weitet der Staatskonzern die Regelung über sein Hausrecht bundesweit aus. Die lokalen Hausordnungen sollen laut Bild-Zeitung dazu in den kommenden Wochen in Abstimmung mit Kommunen und Behörden angepasst werden.
Ausnahmen für Bahnhofsgastronomie
Das Verbot soll dem Bericht zufolge gezielt den direkten Konsum auf den Bahnsteigen sowie in den Bahnhofshallen betreffen. Ausgenommen von der Regelung ist demnach der Ausschank innerhalb der lizenzierten Bahnhofsgastronomie. Auch das Mitführen von originalverschlossenen alkoholischen Getränken – etwa nach einem Einkauf im Bahnhofssupermarkt – soll in Taschen weiterhin gestattet sein.
Die Einhaltung des Verbots soll von den DB-Sicherheitskräften und der Bundespolizei überwacht werden. Wer beim illegalen Alkoholkonsum erwischt wird, muss mit einem sofortigen Platzverweis rechnen. Bei wiederholten Verstößen droht ein dauerhaftes Hausverbot.
Bei der Bahn wurde in den vergangenen Monaten verstärkt über Sicherheit insbesondere auch für das Personal diskutiert. Hintergrund war der Tod eines 36-jährigen Zugbegleiters in Rheinland-Pfalz nach einem Angriff im Zuge einer Ticketkontrolle. Der Vorfall sorgte deutschlandweit für Entsetzen. Palla kündigte in der Folge an, die Sicherheit von Kontrolleuren erhöhen zu wollen. Zuletzt sorgte ein weiterer Vorfall für Aufsehen, bei dem ein Bahnmitarbeiter nach einem mutmaßlichen Angriff durch einen alkoholisierten Fahrgast aus einem fahrenden Zug stürzte und dabei lebensgefährlich verletzt wurde.
