Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo verlagert sich nach Einschätzung von Ärzte ohne Grenzen (MSF) in weitere Landesteile. Aufgrund neuer Fälle in verschiedenen Regionen sei man über die Situation sehr besorgt, teilte die Hilfsorganisation mit.
»Auch wenn wir alle in dieser Situation positiv und ermutigend sein wollen, müssen wir in Bezug auf das, was geschieht, realistisch bleiben«, sagte ein Epidemiologe von MSF. Es sei zu früh zu sagen, dass sich der Ausbruch verlangsame. Die Lage sei »alarmierend«.
Am Mittwoch hatte der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO Tedros Adhanom Ghebreyesus Fortschritte im Kampf gegen die Epidemie gelobt und angedeutet, diese verlangsame sich.
Rückgang in Ituri, Anstieg in Nord-Kivu
Die Epidemie scheint sich zwar in der nordöstlichen Provinz Ituri, wo sie ausgebrochen war, zurückzuziehen. Allerdings wurden kürzlich Fälle aus der an die Zentralafrikanische Republik grenzenden Provinz Süd-Ubangi gemeldet. Zudem verzeichnet Nord-Kivu an der Grenze zu Ruanda derzeit fast die Hälfte aller neu registrierten Ebola-Fälle.
Der Ebola-Ausbruch in der DR Kongo war Mitte Mai offiziell festgestellt worden. Seitdem registrierte die WHO etwa 7.200 Infektionen und mehr als 3.600 Todesfälle. Es handelt sich um den schwersten Ausbruch des Virus in der Geschichte des Landes.
Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten Infizierter übertragen. Die Krankheit führt zu Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall, inneren Blutungen und Organversagen. In den vergangenen 50 Jahren starben auf dem afrikanischen Kontinent mehr als 15.000 Menschen an Ebola.
Verursacht wird die aktuelle Epidemie von der Ebola-Variante Bundibugyo. Anders als gegen die sogenannte Zaire-Variante gibt es dagegen bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine zugelassene Behandlung.
