Vor drei Jahren konnte sich Charlotte Gneuß mit ihrem Debüt »Gittersee« Hoffnungen auf den Deutschen Buchpreis machen. Haben zwei ältere Autoren das verhindert?
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Skandale und Skandälchen, vermeintliche, tatsächliche oder irgendwo im Interpretationsnebel dazwischen angesiedelte Begebenheiten befeuern den Literaturbetrieb, seit es ihn gibt. Wobei es mal mehr, meist weniger um Literatur geht, eher um das öffentliche »Wer hat was warum gesagt, und ist das jetzt schlimm oder total schlimm«-Spiel, üblicherweise mit wenigen Siegern, vielen Verletzten und sehr vielen Schaulustigen (und womöglich ebenso vielen sich angewidert Abwendenden). Solche Debatten und ihre Bewirtschaftung gehören jedoch von jeher zu den Produktionsbedingungen der Künste (ebenso also Artikel wie dieser hier). Mit ein paar evolutionären Veränderungen: Debattenjunkies wie Günter Grass, Martin Walser, Peter Handke und deren Verlage hätten heutige Social-Media-Empörungen und Boykottaufrufe schwerlich überstanden.
