Der wachsende Bedarf an Hochleistungsprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI) hat dem Chiphersteller Nvidia erneut zu einem Umsatz- und Gewinnsprung verholfen. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz des US-Konzerns im Jahresvergleich um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden US-Dollar (70
Milliarden Euro). Damit war das Wachstum sogar höher als im Vierteljahr
davor.
»Der Bau von KI-Rechenzentren – das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte der Menschheit – schreitet mit außerordentlicher Geschwindigkeit voran«, sagte Jensen Huang, Gründer und Chef des weltgrößten Chipkonzerns. Die Erlöse mit Chips für Rechenzentren verdoppelten sich nahezu auf 75,2 Milliarden Dollar. Huang kündigte zusätzliche Aktienrückkäufe im Volumen von 80 Milliarden Dollar an. Zudem soll die Quartalsdividende auf 0,25 von 0,01 Dollar je Aktie angehoben werden.
Der um Sondereffekte bereinigte operative
Gewinn kletterte um fast 150 Prozent auf 53,5 Milliarden Dollar. Damit
übertraf der KI-Pionier erneut die Erwartungen der Experten. Unterm
Strich verdiente Nvidia 58,3 Milliarden Dollar nach einem Gewinn von knapp 18,8 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Auch der für das laufende Quartal erwartete Umsatz
von rund 91 Milliarden Dollar liegt über der durchschnittlichen Prognose
von Analysten.
Wertvollstes Unternehmen der Welt
Nvidia ist mit
seinen Produkten für Rechenzentren ein zentraler Motor des KI-Booms und
profitiert am meisten von diesem. Der Börsenwert des Unternehmens ist in
den vergangenen fünf Jahren um mehr als das 15-fache auf 5,6 Billionen
Dollar gestiegen. Damit ist Nvidia derzeit das wertvollste Unternehmen der Welt, gefolgt von Google-Mutter Alphabet mit 4,7 Billionen Dollar.
Im März hatte Nvidias Konzernchef Huang bekanntgegeben, dass er bis Ende des kommenden Jahres mit KI-Chip-Bestellungen im Wert von mindestens einer Billion US-Dollar rechnet. Der Umsatz soll vor allem durch die Nachfrage nach Nvidias hochwertigen Grafikprozessoren (GPUs) angetrieben werden. Im Mai hatte Huang US-Präsident Donald Trump auf dessen Chinareise begleitet.
Investoren reagierten auf die Zahlen zunächst zurückhaltend. In den ersten Minuten
nach Veröffentlichung der Zahlen gab der Kurs nachbörslich bis zu rund
drei Prozent nach. Danach schwankte er um den Nullpunkt.
