Wenn man schon angeschwindelt wird, dann wenigstens von Céline Dion. »Ich hatte mir vorgenommen, nicht zu weinen«, sagt sie zu Beginn ihrer Show in Paris. Gerade hat sie ihre Fans mit dem Song On ne change pas und ihrer herben, riesenhaften Stimme in Empfang genommen, im Abendkleid und in all ihrer eckigen Anmut. Da ist wieder dieser Sound: das Wogen, das Tosen. Ein ewiges, energisches Ferrero-Rocher-Auswickeln.
Céline Dion singt, und Tausende Menschen verlieren gemeinsam den Verstand, was man daran merkt, dass sie Seven Nation Army von den White Stripes anstimmen, um die sehr gerührte Sängerin anzufeuern, ganz so, als befänden sie sich bei einem Kreisligafußballspiel und nicht in Anwesenheit einer Lady. Egal – es ist Céline Dions erster Auftritt, seit sie 2024 die Olympischen Spiele in Paris eröffnete, und ihr erstes eigenes Konzert nach über sechsjähriger Pause. Eine gefühlte Ewigkeit war sie weg, weil sie sich um ihre Gesundheit kümmern musste. Natürlich flippen hier alle aus. Und natürlich weint die Künstlerin.
