Diabetesmittel sorgt für Umsatzplus bei Boehringer Ingelheim
Ein florierendes US-Geschäft und die anhaltend hohe Nachfrage nach dem Kassenschlager Jardiance haben Boehringer Ingelheim im ersten Halbjahr ein kräftiges Umsatzplus beschert. Die Erlöse stiegen in den ersten sechs Monaten währungsbereinigt um gut 16 Prozent auf 15,8 (Vorjahr: 14,0) Milliarden Euro, wie Deutschlands größter Pharmakonzern am Mittwoch mitteilte. Die Humanmedizin steuerte mit 13,1 Milliarden Euro den Löwenanteil bei, was einem Zuwachs von 20,1 Prozent entspricht. Das Diabetesmittel Jardiance brachte allein 5,7 Milliarden Euro ein. Das Unternehmen profitierte dabei von einer wachsenden Patientenbasis und einem höheren Absatzvolumen in den USA.
Auch die Markteinführungen des Medikaments Jascayd gegen Lungenfibrose und des Krebsmittels Hernexeos trieben das Wachstum an. Boehringer-Chef Shashank Deshpande betonte die Bedeutung des US-Marktes: „In einer Zeit beschleunigter medizinischer Innovationen (…) sind innovationsfreundliche Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel in den USA, entscheidend, damit neue Therapien Patientinnen und Patienten schneller erreichen können“, sagte er. Finanzchef Frank Hübler erklärte: „Mit Blick auf die Zukunft werden wir unsere langfristigen Investitionen gezielt dort ausrichten, wo sie unsere Wachstumsmärkte am besten unterstützen.“
Jascayd ist in mehreren Ländern zugelassen, darunter in den USA, China und Japan. Boehringer wartet jedoch noch auf die Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Das Krebsmittel Hernexeos dürfte europäischen Patienten voraussichtlich ab 2028 zur Verfügung stehen. Das Familienunternehmen aus Rheinland-Pfalz treibt unterdessen seine Forschungsprojekte in den Bereichen Onkologie und Stoffwechselerkrankungen voran. Der Wirkstoff Survodutid lieferte in einer Phase-III-Studie positive Daten zur Behandlung von Übergewicht und Lebererkrankungen. Das Tiergesundheitsgeschäft als zweites Standbein des Konzerns verzeichnete im ersten Halbjahr ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 0,4 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Boehringer verwies auf eine höhere Preissensibilität der Verbraucher und weniger Tierarztbesuche in mehreren Ländern.