Markus Söder bringt Ilse Aigner als kommende Bundespräsidentin ins Spiel. Ob aus Überzeugung oder aus Taktik – die Debatte um Steinmeiers Nachfolge hat damit begonnen.
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Wenn Markus Söder etwas sagt, suchen viele seiner Zuhörer zunächst nach dem doppelten Boden. So einen Ruf muss man sich auch erst mal erarbeiten. Der bayerische Ministerpräsident provoziert nun mal gern. Oder scherzt. Ihm ist immer zuzutrauen, dass er eigentlich das Gegenteil von dem erreichen will, was er sagt.
Es gibt jedenfalls nicht wenige Politiker in Berlin, die am Freitag genau diesen Verdacht hegten, als Söders Empfehlung für Ilse Aigner als künftige Bundespräsidentin publik wurde. Schließlich gilt nicht nur beim Konklave, sondern bei vielen Personalentscheidungen: Wer zu früh öffentlich ins Spiel gebracht wird, dessen Chancen sinken eher.
