Die Obduktion des toten Buckelwals, der unter den Namen Timmy und Hope bekannt wurde, soll am Nachmittag am Strand der dänischen Insel Anholt beginnen. Ein kleines Team von Tierärzten und Walexperten will bei der voraussichtlich sechs Stunden langen Untersuchung unter anderem DNA-Proben entnehmen und versuchen, die Todesursache zu klären. Danach soll der Kadaver laut einem Vertreter des dänischen Amts für Naturverwaltung von der Insel gebracht werden.
»Es könnte schon zu spät sein, um etwa innere Blutungen zu entdecken«, sagte der dänische Walforscher Peter Teglberg Madsen, der in Dänemark seit 25 Jahren Walsektionen begleitet, der Nachrichtenagentur dpa. Auch die Frage, ob der Wal Wasser in der Lunge gehabt haben könnte, lasse sich womöglich nicht mehr beantworten, sagte er. Spuren von Fischernetzen im Magen und Darm des Buckelwals könnten jedoch noch nachgewiesen werden.
Schaulustige dürfen die Obduktion beobachten, müssen allerdings Abstand halten. Schon zuvor hatte die dänische Umweltbehörde Einheimische und Badegäste dazu aufgerufen, sich dem Wal nicht zu nähern – es bestehe eine mögliche Ansteckungsgefahr. »Weil das Tier so lange in der Sonne gelegen hat, wird es stark stinken«, warnte Teglberg Madsen zudem.
Anwohner stören sich an dem Kadaver
Das Schicksal des Buckelwals beschäftigt viele Menschen in Deutschland seit mehreren Monaten. Das Tier war zunächst sehr geschwächt mehrfach vor der deutschen Ostseeküste gestrandet. Eine private Initiative hatte es gegen den Rat von Fachleuten auf einem Lastkahn Richtung Nordsee transportiert und abgesetzt. Einige Zeit später war der Wal tot auf Anholt angespült worden.
Mehr als zwei Wochen hatte der Kadaver von Timmy vor der Urlaubsinsel im Wasser getrieben. Einmal hatten die Dänen versucht, den von Fäulnisgasen aufgeblähten Wal in tieferes Gewässer zu ziehen, um ihn dann in einen Hafen zu bringen, doch der Versuch scheiterte. Anwohner beschwerten sich zuletzt über das Tier und befürchteten, der Kadaver könnte Strandbesucher abschrecken.
