In der FDP-Führung ist eine Kontroverse um den künftigen Umgang mit der AfD entbrannt. Vor der Neuwahl der FDP-Parteispitze am Wochenende widersprach der designierte Parteivize Henning Höne im Magazin Politico dem möglichen Parteichef Wolfgang Kubicki: »Ich will keinerlei Zusammenarbeit mit der AfD. Ich will auch keine Normalisierung der AfD«, sagte Höne.
Kubicki sowie der designierte FDP-Generalsekretär Martin Hagen hatten zuvor ein Ende der sogenannten Brandmauer zur AfD gefordert. Statt dieses »Popanz namens Brandmauer« brauche es eine »inhaltliche Auseinandersetzung«, sagte Hagen der Nachrichtenagentur AFP. »Der Versuch, die AfD durch Brandmauer und Ausgrenzung klein zu halten, ist offensichtlich gescheitert. Ich plädiere für einen anderen Umgang«. Kubicki bezeichnete ein Ende der Brandmauer als »Selbstverständlichkeit«.
Dem widersprach Höne: Er wolle generell »weniger über die AfD allgemein zu reden«, sagte der Vorsitzende der FDP in Nordrhein-Westfalen. Die AfD gewinne immer neue Stammwähler hinzu, »wenn einer empört Brandmauer schreit«.
Auch Wolfgang Kubicki sprach sich für ein Ende der politischen Ausgrenzung der in Teilen gesichert rechtsextremen AfD aus. Er zeigte sich offen für ein gemeinsames Abstimmungsverhalten: »Wir werden unsere eigenen Entscheidungen, unsere Anträge in Parlamenten nicht davon abhängig machen, wer zustimmt«. Da werde man dann sehen, »wo Mehrheiten herkommen«, sagte er bei RTL und ntv.
Ähnlich äußerte sich auch Hagen, der es für »absurd« hält, das Abstimmungsverhalten der eigenen Partei von dem der AfD abhängig zu machen. Der Vertraute von Kubicki deutete einen schärferen Ton seiner Partei an. »Gerade in der außerparlamentarischen Opposition muss man zuspitzen und manchmal auch ein Stück weit provozieren können«, sagte er. Damit wolle man Wähler von der Union und AfD zurückgewinnen.
