DIE ZEIT: Herr Kahraze, wir müssen unser Gespräch mit der unglaublichen Geschichte beginnen, wie Sie in Österreich gelandet sind.
Mobin Kahraze: Gerne.
ZEIT: Sie waren Boxer im iranischen Nationalteam, haben aber 2019 in Österreich um politisches Asyl angesucht. Was ist genau passiert?
Kahraze: Wir waren auf dem Weg zu einem Turnier in Ungarn. Als wir in Wien zwischengelandet sind, hatte ich einen Konflikt mit einem Funktionär, der unser Team begleitete. Er war einer der Sittenwächter, die iranische Teams stets zu internationalen Bewerben begleiten – um zu kontrollieren, was sie tun. Als er herausgefunden hat, dass in meiner Gewichtsklasse ein Boxer aus Israel antritt, hat er zu mir gesagt: Gegen den darfst du nicht kämpfen!
