
Die leistungsstarke Schwerlastrakete „New Glenn“ des Weltraumunternehmens Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos hat bei ihrem dritten Start einen Satelliten in der falschen Umlaufbahn abgesetzt, der damit verloren ist. Die genauen Hintergründe seien vorerst noch unklar, teilte Blue Origin mit.
Dennoch war die Mission ein Teilerfolg. Die „New Glenn“ war planmäßig vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet – und das erstmals mit einer zuvor bereits verwendeten Raketenstufe.
Diese Raketenstufe landete nach dem Start auch diesmal wieder auf einer Plattform im Atlantik. Das war ein wichtiger Schritt, um die Wiederverwendbarkeit des Systems nachzuweisen und mit der Falcon-9-Rakete des Unternehmens SpaceX konkurrieren zu können.
Satellit wird zum Absturz gebracht
Der Satellit namens „Blue Bird 7“ sei allerdings in einer zu niedrigen Umlaufbahn abgesetzt worden, wie auch der Hersteller AST SpaceMobile bestätigte. Er habe sich vom Träger gelöst und seine Systeme hochgefahren, die erreichte Höhe sei jedoch zu niedrig, um den Betrieb mit dem eigenen Antrieb aufrechtzuerhalten. Er werde daher zum Absturz gebracht.
„Blue Bird 7“ sollte Teil eines weltraumgestützten Mobilfunknetzes werden, ähnlich wie Leo von Amazon oder Starlink von SpaceX.
Tech-Milliardäre konkurrieren im Weltall
Die „New Glenn“-Rakete hatte es beim Erstflug im Januar 2025 direkt ins All geschafft. Beim zweiten Flug rund zehn Monate später hatte die Rakete zwei Mars-Orbiter der US-Raumfahrtbehörde NASA ins All gebracht.
In Zukunft will Blue Origin mit der „New Glenn“-Rakete dem Unternehmen SpaceX von Elon Musk Konkurrenz machen, das aktuell die kommerzielle Raumfahrt dominiert. Beide Unternehmen entwickeln Mondlandefähren für die NASA, die damit vor einer geplanten bemannten chinesischen Mission im Jahr 2030 wieder Menschen auf den Mond bringen will.
Musk gratulierte Bezos auf seiner Plattform X zum Start. New Glenn ist für größere und schwerere Nutzlasten ausgelegt als die Raketen der Konkurrenz und soll Blue Origin einen Vorteil im Markt für kommerzielle Satellitenstarts verschaffen.
