Wenn in Zeiten maximaler politischer Erregung ein Roter, eine Dunkelrote und ein Grüner gemeinsam auf die Bühne gehen, dann sollte man genau hinhören. Am Montagabend waren es: Ines Schwerdtner, Bundesvorsitzende der Linken, Tim Klüssendorf, Generalsekretär der SPD, und Andreas Audretsch, stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion der Grünen. Die drei trafen zusammen, um mit der Wirtschaftswissenschaftlerin Isabella Weber über ihr neues Buch zu diskutieren.
Weber ist im Moment eine der prominentesten ökonomischen Stimmen im linken Diskurs. Nach dem Ausbruch des Ukrainekriegs war sie eine Miterfinderin der Gaspreisbremse, in ihrem neuen Buch geht es um einen wirtschaftspolitischen Paradigmenwechsel. Im Zentrum der Politik soll demnach die Bezahlbarkeit der Güter des täglichen Bedarfs stehen: Mieten stabilisieren, den öffentlichen Nahverkehr ausbauen, Preise für Grundnahrungsmittel regulieren. Eine solche Wirtschaftspolitik sei »antifaschistisch«, weil der Aufstieg rechtsextremer Parteien auch eine Reaktion auf die ökonomische Verunsicherung eines wachsenden Teils der Bevölkerung sei, argumentiert Weber.
