Mit einer Schweigeminute hat die große Techno-Parade „Rave the Planet“ im Berliner Tiergarten begonnen: Tausende Teilnehmer hielten kurz inne, um an die Opfer des islamistischen Terroranschlags am Rande des Christopher Street Days (CSD) vor drei Wochen zu erinnern.
Der Mitbegründer der gemeinnützigen Organisation „Rave The Planet“, Dr. Motte, rief die Teilnehmer bei einer Auftaktkundgebung auf, an Liebe zu denken. Eine Vertreterin des CSD-Vereins sagte: „Lasst uns mutig sein. Lasst uns Haltung zeigen. Jetzt erst recht“.
Hohe Sicherheitsvorkehrungen
Das als Demonstration angemeldete Spektakel auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule findet unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Weitere Herausforderung ist die große Hitze: Rund 35 Grad im Schatten zeigen die Thermometer an. In der prallen Sonne auf der Straße des 17. Juni und am Großen Stern ist es viel heißer.

Die Polizei bietet nahe der Siegessäule einen Wasserwerfer auf. Auch einige Musik-Trucks, die zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule hin und her fahren, stoßen kühlenden Wassernebel aus. Wasserschläuche mit kleinen Öffnungen verschaffen den Menschen ebenfalls Abkühlung.
Die Dusche vom Wasserwerfer sei „mega“, sagen Conny und Julia aus Köln. Ansonsten lautet das Motto bei vielen Ravern: Trinken, Trinken, Trinken – und zwar Wasser. Etliche haben auch Wasserspray im Gepäck und, wie die Kölner Partygäste, „unglaublichen Mengen Wasser“ im Rucksack.
Polizei setzt Drohnen ein
Ganz in der Nähe der Partymeile war am 25. Juli ein islamistischer Attentäter mit einem Van in eine Menschengruppe gefahren und hatte anschließend vermutlich mit einer Machete Anwesende attackiert. Bei dem Anschlag wurden eine Frau getötet und mindestens 31 Menschen zum Teil schwer verletzt.
„Rave the Planet“ ist die erste Großveranstaltung in Berlins Mitte nach dem Anschlag. Die Veranstalter erwarteten unter dem Motto „Imagine Love“ bis zu 300.000 Techno-Fans. Die Polizei zeigt starke Präsenz und ist mit rund 1500 Beamten im Einsatz. Auch Hubschrauber und Drohnen will sie zum Schutz der bis in den Abend andauernden Veranstaltung aufsteigen lassen.
Straßen und Wege in der Umgebung sind gesperrt und teils mit Pollern gesichert. S-Bahn-Züge halten nicht mehr am Brandenburger Tor. Auch die U-Bahnhöfe Brandenburger Tor und Bundestag werden nicht angefahren.
