Die deutsche Baubranche hat im vergangenen Juni deutlich mehr Aufträge verzeichnet. Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe wuchs preis- und kalenderbereinigt um 11,3 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Zugleich nahmen die Umsätze preisbereinigt um 6,6 Prozent zu. Der Verband der Bauindustrie hat seine Umsatzprognose für 2026 jedoch nach
unten korrigiert. Es werde inflationsbereinigt nur noch ein Zuwachs von
einem Prozent statt bisher 2,5 Prozent erwartet, teilte der Verband
mit.
Sowohl im Hochbau, der vom Wohnungsbau abhängt, als auch im Tiefbau, zu dem der Straßen- und Brückenbau zählt, nahmen die Aufträge deutlich zu. Auch im längeren und aussagekräftigeren Zeitraum von April bis Juni stiegen die Aufträge. Zudem wuchs die Beschäftigung im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,5 Prozent auf rund 545.000 Menschen.
»Verfrüht jetzt schon von einer Bauwende zu sprechen«
»Der Juni war ein guter Monat für die Bauwirtschaft«, sagte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer beim Baugewerbeverband ZDB. »Erfreulich ist vor allem der kräftige Anstieg im Straßenbau und im öffentlichen Bau. Aber nach einem schwankenden ersten Halbjahr wäre es verfrüht, jetzt schon von einer Bauwende zu sprechen.«
Zur insgesamt gesenkten Umsatzprognose teilte der Verband der
Bauindustrie mit: »Angesichts der bis einschließlich Mai stark
gebremsten Baukonjunktur und den steigenden Baukosten ist unsere
ursprüngliche Prognose nicht mehr zu halten.« Vor allem der Wohnungsbau
laufe nicht gut. Hier werde nur noch ein Plus von 0,5 Prozent erwartet
statt bisher zwei Prozent. Ein starker Juni habe Schlimmeres
verhindert.
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