Größere Chancen als Kane werden anderen Spielern eingeräumt, vor allem Spaniens Weltmeister-Kapitän Rodri, dem französischen WM-Rekordtorschützen Kylian Mbappé und Lionel Messi. Argentiniens Star von MLS-Franchise Inter Miami wäre der erste männliche Gewinner des Prestigepreises, der in der bewerteten Saison nicht für einen europäischen Verein gespielt hat. Der 39-Jährige, der kürzlich seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekanntgegeben hatte, gewann die Auszeichnung bereits achtmal – so oft wie kein anderer.
Harry Kane: „Der Ballon d’Or liegt nicht in meiner Hand“
„Der Ballon d’Or ist aus individueller Sicht das Größte, was man erreichen kann“, hatte Kane Mitte August gesagt, nachdem ihn zahlreiche Experten als Top-Kandidaten für den Preis ausgerufen hatten. „Der Ballon d’Or liegt nicht in meiner Hand. Ich habe getan, was ich tun konnte, was die Leistungen angeht.“ Der Engländer kam in der vergangenen Saison in 51 Pflichtspielen auf imposante 61 Tore und führte die Three Lions bei der WM ins Halbfinale.
Der FC Bayern ist auch in anderen Kategorien vertreten. Meistertrainer Vincent Kompany steht zur Wahl, muss sich aber gegen große Konkurrenz wie Spaniens Weltmeistercoach Luis de la Fuente und Luis Enrique von Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain behaupten.
Bei der Team-Wahl gehört der FC Bayern als einziger deutscher Klub zu den Nominierten – und das sowohl bei den Männern als auch Frauen. „Eine beachtliche Premiere“, sagte Bayern-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen, der sich auch darüber freute, dass „erstmals seit zehn Jahren“ wieder vier Bayern-Spieler auf der Shortlist stehen. Allerdings haben die Münchener hier jeweils nur Außenseiterchancen, favorisiert sind die Königsklassen-Gewinner Paris Saint-Germain (Männer) und FC Barcelona (Frauen).
In der Liste der Frauen-Fußballerinnen steht mit Klara Bühl auch eine deutsche Nationalspielerin in der Auswahl der besten 30 Spielerinnen des Jahres. Bühl spielte eine wichtige Rolle in der erfolgreichen Double-Saison des FC Bayern München. Auch ihre Münchener Teamkolleginnen Pernille Harder und Momoko Tanikawa sind unter den 30 nominierten Spielerinnen.
Bei den Torhüterinnen landete die deutsche Nationalspielerin Ann-Katrin Berger (Gotham FC) auf der Nominierungsliste. Bei den männlichen Keepern steht überraschend auch der Schweizer Gregor Kobel von Borussia Dortmund zur Wahl für die Yashin-Trophäe, Kap Verdes WM-Held Vozinha schaffte es ebenfalls auf die Nominierungsliste. In der Kategorie des besten Talents fand sich Bayern-Profi und Nationalspieler Lennart Karl wieder.
Die Auszeichnung mit dem Goldenen Ball ist eine Journalisten-Wahl. Den Preis, der von der zur Amaury-Gruppe gehörenden Zeitung „France Football“ vergeben wird, existiert seit 1956 und galt lange nur als Auszeichnung für Europas Fußballer des Jahres. Parallel dazu ehrt der Weltverband FIFA seit 1991 den Weltfußballer. Zwischen 2010 und 2015 war die FIFA eine Kooperation mit der Amaury-Gruppe eingegangen.
