Der Zugverkehr in Deutschland stand in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch für rund zwei Stunden fast vollkommen still. Ursache war eine Störung des digitalen Zugfunksystems GSM-R, über das Lokführer und Stellwerke miteinander kommunizieren. Die Deutsche Bahn stoppte deshalb bundesweit den Fern-, Regional- und Güterverkehr. Auch Berliner S-Bahnen waren zeitweise betroffen. Fahrgäste mussten längere Wartezeiten einplanen, die Bahn stellte Taxi- und Hotelgutscheine bereit. Für Fahrgäste bedeutete das: lange Wartezeiten, verpasste Anschlüsse und teils ungeplante Übernachtungen. Kurz nach Mitternacht lief der Betrieb mit einem Notfallsystem schrittweise wieder an. Inzwischen hat der Bahnkonzern mitgeteilt, dass ein planmäßiger Tausch einer technischen Komponente im Zugfunksystem der Auslöser der Störung war. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat umfassende Aufklärung gefordert. Wie ein technisches Problem den Bahnverkehr im gesamten Bundesgebiet lahmlegen konnte, erklärt Jonas Schulze Pals, Redakteur im Wirtschaftsressort der ZEIT.
Nach dem Messerangriff auf einen 23-Jährigen in Göttingen ermittelt die Polizei weiter. Der Student ist in der Nacht zu Sonntag durch einen Stich in die Brust lebensgefährlich verletzt worden. Nach Angaben seines Anwalts liegt er noch immer auf der Intensivstation. Tatverdächtig ist ein 17-Jähriger aus Göttingen. Nach bisherigen Erkenntnissen trafen in der Nacht Gruppen junger Menschen aufeinander, die dem linken und dem rechten Spektrum zugerechnet werden. Was genau passiert ist, ist noch unklar. Die Ermittler prüfen, ob es ein politisches Motiv gab. Am Sonntagabend demonstrierten mehrere Hundert Menschen in der Innenstadt »gegen faschistische Gewalt«. In den vergangenen Monaten hatte es in Göttingen eine Reihe von rechten Vorfällen gegeben. Was über den Angriff und die Ermittlungen bekannt ist, berichtet Dune Korth aus dem Ressort Investigative Recherche und Daten der ZEIT.
Außerdem im Update: Die Bundesanwaltschaft hat im Zusammenhang mit der früheren Gazprom Germania GmbH mehrere Gebäude in Berlin und Frankfurt durchsuchen lassen. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass die deutsche Gasversorgung sabotiert werden sollte. Im Zentrum der Ermittlungen steht ein russischer Staatsbürger. Er soll nach Angaben der Behörden 2022 versucht haben, die frühere deutsche Gazprom-Tochter aufzulösen, nachdem sie vom russischen Mutterkonzern getrennt worden war.
Eine von Familienministerin Karin Prien eingesetzte Expertenkommission hat 56 Empfehlungen zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt vorgelegt. Ziel ist es, die Nutzung sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche sicherer zu machen und die Bildschirmzeit zu reduzieren. Darüber hinaus plädiert das Gremium für mehr Medienbildung, eine stärkere Aufklärung von Eltern sowie Regeln für den Umgang mit künstlicher Intelligenz. Die Vorschläge richten sich an Politik, Schulen, Eltern und Technologieunternehmen.
Die Organisation CLAIM meldet deutlich mehr antimuslimische Vorfälle in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 4.000 Fälle erfasst, rund 1.000 mehr als im Jahr davor. Grundlage sind Meldungen von Beratungs- und Meldestellen sowie Angaben der Polizei. CLAIM geht von einer hohen Dunkelziffer aus, weil viele Betroffene Vorfälle nicht melden oder anzeigen. Die Berliner Integrationssenatorin Cansel Kiziltepe nennt die Entwicklung besorgniserregend.
Und sonst so: Studierende demonstrieren gegen Spaghetti-Diktatur
Moderation und Produktion: Azadê Peşmen
Redaktion: Philip-Johann Moser
Mitarbeit: Celine Yasemin Rolle
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