FDP-Vizechefin Linda Teuteberg ist für die Nachfolge der Brandenburger Aufarbeitungsbeauftragten Maria Nooke vorgeschlagen. Die amtierende Beauftragte Brandenburgs zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur will demnächst aufhören und hat Teuteberg als Nachfolgerin empfohlen. Diese zeigte sich bereit, wenn sie gewählt wird.
Nooke begründete ihren Vorschlag so: «Linda Teuteberg hat sich immer auch ganz klar zu SED-Unrecht und DDR-Aufarbeitung positioniert, ist bestens vernetzt, sowohl im Bereich der Politik als auch der Gesellschaft, und auch bei den Opferverbänden hat sie große Anerkennung.» Sie ist seit 2017 in dem Amt und wurde 2023 bestätigt. Ihre Amtszeit wäre bis 2029 gegangen. Zuvor hatte die «Märkische Allgemeine» berichtet.
Teuteberg: Verständnis für Diktatur schärfen
Die frühere Brandenburger FDP-Landeschefin Teuteberg soll sich nun den Fraktionen offiziell vorstellen und möglichst im Oktober zur Wahl im Landtag stehen. Die Koalitionsfraktionen von SPD und CDU haben nach Angaben von Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke bereits ihre Zustimmung zu dem Verfahren signalisiert. Liedtke sieht keine Hürde darin, dass Teuteberg aktive FDP-Politikerin ist: «Das eine ist Ehrenamt, das andere ist Hauptamt.»
Teuteberg sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wenn der Brandenburger Landtag es wünscht, bin ich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen, weil die Aufarbeitung der SED-Diktatur von hoher Bedeutung für die Wertschätzung von Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in Gegenwart und Zukunft ist.» Sie nannte bereits ein Ziel: «Das Verständnis für den fundamentalen Unterschied zwischen einem demokratischen Rechtsstaat und einer totalitären Diktatur muss weiter geschärft und vermittelt werden.»
Der Vorschlag sei in der SPD-Fraktion auf breite Zustimmung gestoßen, sagte Fraktionschef Björn Lüttmann. In der CDU-Fraktion fand er «einhellig Zustimmung», sagte der Fraktionsvorsitzende Steeven Bretz. «Frau Teuteberg ist sehr gut geeignet für dieses Amt.»
FDP-Politikerin in der Erinnerungskultur aktiv
Die Anwältin und gebürtige Brandenburgerin Teuteberg war von 2009 bis 2014 Mitglied des Landtags in Potsdam und von 2017 bis 2025 Abgeordnete des Bundestags. 2019/2020 war sie als Generalsekretärin der FDP tätig. Teuteberg ist stellvertretende Vorsitzende des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie, seit 2025 leitet sie den neu gegründeten Freundeskreis der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.
Teuteberg ist 45 Jahre alt und war zur Zeit der friedlichen Revolution acht Jahre alt. Sie wäre nach Ulrike Poppe und Nooke die erste Aufarbeitungsbeauftragte, die nicht aktiv in der Bürgerbewegung der DDR war.
Nooke: Aufarbeitung in der Kirche
Die frühere Bürgerrechtlerin Nooke will weiter für Aufarbeitung tätig sein. «Wo ich denke, wo ich noch eine Rolle haben könnte oder haben möchte, das ist Aufarbeitung innerhalb der Kirche.» Die Aufarbeitungsbeauftragte berät Bürger und Opfer, klärt Jugendliche und Erwachsene über das Thema auf und wirbt für Hilfen für Betroffene.
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